Deutsches Radsportteam weckt Hoffnungen - ARD berichtet live von der Tour
Nur Doping für die Haare

Das neue deutsche Eliteteam Giant-Alpecin lud zum Radsport-Gipfel nach Berlin und die Prominenz stand Schlange. Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme, Weltverbands-Präsident Brian Cookson und Justizminister Heiko Maas, Mitinitiator des deutschen Anti-Doping-Gesetzes, waren am Mittwoch Gast in der Französischen Botschaft. Erinnerungen an große Radsportzeiten des Teams Telekom und T-Mobile - jedenfalls in Bezug auf die Außenwirkung - wurden wach.

"Nach schwierigen Jahren erleben wir heute so etwas wie die Morgendämmerung des deutschen Radsports", sagte Cookson und verwies in diesem Zusammenhang auch auf den am Mittwoch offiziell verkündeten Wiedereinstieg der ARD in die Live-Berichterstattung von der Tour für die kommenden zwei Jahre.

Ähnlich sah es Prudhomme. "Das Puzzle setzt sich allmählich zusammen. Deutschland hat große Champions wie Marcel Kittel. Nun ein deutsches Team und der TV-Einstieg der ARD: Das ist sehr wichtig für den Radsport", sagte der Tour-Chef. Kittel und Geburtstagskind John Degenkolb waren ob des Massenandrangs hin und weg. "Das war heute ein krasser Start ins neue Radsport-Jahr mit dieser Präsentation und dem neuen Engagement. Ich fühle eine Aufbruchstimmung", erklärte der achtmalige Tour-Etappengewinner Kittel. Degenkolb ergänzte: "Heute ist nicht nur mein Geburtstag, sondern auch eine Art Grundsteinlegung für die Zukunft."

Maas zeigte sich als Fan des neuerdings wieder salonfähigen Radsports. "Wir müssen gemeinsam dafür kämpfen, dass der Generalverdacht gegenüber dem Radsport verschwindet", sagte der Minister. Degenkolb und Kittel stünden "mit einigen anderen zusammen für eine neue Generation im Deutschen Radsport. Ich danke Ihnen sehr für ihre Unterstützung für das Anti-Doping-Gesetz".

Mit den beiden Topsprintern an der Spitze präsentierte sich das 27-köpfige Team mit dem neuen deutschen Sponsor aus Bielefeld im Schatten des Brandenburger Tores. Für vier Jahre hat sich der Shampoohersteller mit dem markanten Werbespruch ("Doping für die Haare") verpflichtet, das Gesamtvolumen soll sich auf rund 16 Millionen Euro belaufen. Seit dem Ausstieg von Milram im Jahr 2010 hat es kein deutsches Team mehr in der World Tour gegeben.

Ausgeklammert wurde das Thema Doping bei der Präsentation nicht. Denn das Problem ist weiter existent, wie die fünf Dopingfälle beim Skandal-Rennstall Astana innerhalb von drei Monaten zeigten. Trotzdem hatte das kasachische Team die Lizenz erhalten. Cookson betonte, dass dem Weltverband UCI in diesem Fall wegen des Regelwerks die Hände gebunden waren: "Das war sehr frustrierend und ein Rückschlag."
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