Deutsches Team im Achtelfinale

Nach einem harten Kampf bezwang die deutsche Handball-Nationalmannschaft Argentinien mit 28:23 und zog damit vorzeitig ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Katar ein. Hier bekommt Michael Müller (rechts) vom Argentinier Federico Fernandez einen Schlag an den Hals. Bild: dpa

Viertes Spiel, dritter Sieg: Die deutschen Handballer haben ungeschlagen das Achtelfinale bei der WM in Katar erreicht. Gegen Argentinien bot der Nachrücker vor allem kämpferisch eine Glanzleistung. Gegen Saudi-Arabien geht es nun um den Gruppensieg.

Wie bei einer Polonaise marschierten die deutschen Handballer zu den jubelnden Fans und klatschten sich mit ihren Anhängern ab. Nach hartem Kampf ist das DHB-Team bei der Weltmeisterschaft in Katar ungeschlagen ins Achtelfinale gestürmt. Einen Spieltag vor Abschluss der Vorrunde erkämpfte sich die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Donnerstag in Doha gegen Argentinien einen 28:23 (13:14)-Arbeitssieg.

Beim siebten Treffer von Patrick Groetzki zum Endstand ballte der Isländer siegesgewiss die Faust, nachdem sein Team zuvor vor rund 3750 Zuschauern in der Lusail Multipurpose Hall durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen war. "Es kann sein, dass sich der größere Wille durchgesetzt hat, aber auch die größere Routine und ein bisschen mehr Erfahrung bei den Spielern. Unsere Jungs spielen in der Bundesliga und da sind die Spiele oft sehr eng", sagte Bundestrainer Sigurdsson.

Nun gegen Saudi-Arabien

Mit einem Erfolg im abschließenden Vorrundenspiel am Samstag gegen Außenseiter Saudi-Arabien würde der Nachrücker als Sieger der Gruppe D in die K.-o.-Runde der Weltmeisterschaft einziehen. "Ich muss den Hut ziehen vor den Jungs. Es war ein richtig hartes Stück Arbeit, körperlich und auch für den Kopf. Wir haben richtig gut gespielt und machen ein Superturnier", sagte Sigurdsson am "Sky"-Mikrofon.

Bis in die Schlussphase hielten die Argentinier dank ihrer unangenehmen Spielweise dagegen. "Das war ein sehr hartes Spiel. Es wurden viele Zweiminutenstrafen geschunden", berichtete Spielmacher Michael Kraus. "Mit so einem souveränen Auftreten der Mannschaft hätte ich nicht gerechnet, auch nicht mit der Leistung einiger Spieler", lobte Ex-Bundestrainer Heiner Brand.

Die deutsche Mannschaft machte sich das Leben selbst schwer. Im vierten Turnierspiel verlor sie erstmals ihre bisher erfolgreiche spielerische Linie. Im Angriff lief vieles ungeordnet. In der Abwehr hatten die Spieler um Kapitän Uwe Gensheimer große Probleme mit den wendigen und kompromisslosen Argentiniern, die immer wieder versuchten, Fouls zu provozieren. So war Steffen Weinhold bereits nach 14 Minuten mit zwei Zeitstrafen belastet. Dem Kieler drohte die Disqualifikation und er wurde nur noch im Angriff angesetzt.

Zur Pause 13:14 zurück

Dennoch kam fast kein flüssiges Kombinationsspiel zustande. Zwar führte die deutsche Mannschaft auch dank toller Paraden von Torhüter Carsten Lichtlein mit 7:5 (12.), kassierte aber drei Gegentore hintereinander zum 7:8 (17.). Die anschließende 10:8-Führung (22.) brachte auch nicht die gewünschte Sicherheit. Im Gegenteil: In der wechselhaften Partie geriet die DHB-Auswahl kurz vor der Pause mit 12:14 (27.) ins Hintertreffen, ehe Weinhold zum 13:14-Pausenstand traf.

Das Bild änderte sich auch nicht nach der Pause. Die deutsche Mannschaft erkämpfte sich eine 17:15- Führung (36.), verlor sie aber umgehend wieder. Dann aber fand die DHB-Auswahl in der Abwehr die geeigneten Mittel gegen den Panamerika-Meister, setzte sich auf 22:19 (46.) ab und siegte schließlich mit 28:23.
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