Deutsches WM-Fazit: Ski-Freestyler zufrieden - Snowboarder deprimiert
Nur einmal Edelmetall

Ski-Crosserin Julia Eichinger (links) kämpfte im WM-Finale nach Kräften, allerdings blieb ihr der Sprung auf das Podest verwehrt. Bild: dpa
Die Enttäuschung war groß: Zum WM-Abschluss am Kreischberg haben die deutschen Skicrosser die zweite Medaille knapp verpasst. Paul Eckert und Julia Eichinger mussten sich am Sonntag nach ihrem überraschenden Final-Einzug jeweils mit Rang vier begnügen. "Das ist doppelt bitter. Du stehst am Start und weißt, einer ist dann der Depp. Blöderweise sind das jetzt ich und der Pauli", fasste Eichinger ihren Gemütszustand zusammen.

So blieb Slopestyle-Gold von Ski-Freestylerin Lisa Zimmermann die einzige Plakette für Deutschland bei der ersten Doppel-WM der Geschichte, bei der 24 Titelentscheidungen für Ski-Freestyler und Snowboarder anstanden. Die Bilanzen der deutschen Verantwortlichen konnten kaum unterschiedlicher sein: Während Snowboard Germany deprimiert und ohne Edelmetall die Heimreise antrat, war der Deutsche Skiverband mit den Leistungen seiner Athleten mehr als zufrieden.

"Es waren gelungene Weltmeisterschaften", bilanzierte Heli Herdt, Sportlicher Leiter der Bereiche Skicross und Free Ski beim DSV. Mit Platz eins durch Zimmermann im Slopestyle-Wettbewerb sei das große Zwischenziel bereits am Mittwoch erreicht gewesen. Es war das erste WM-Gold der deutschen Ski-Freestyler seit dem Erfolg von Sandra Schmitt auf der Parallel-Buckelpiste 1999 in Hasliberg.

Positiv war auch Marc Sieburg gestimmt. Der Sportwart der deutschen Buckelpistenfahrer freute sich über zwei Finaleinzüge von Laura Grasemann. Die 22-Jährige wurde im Einzel Neunte, im Parallel-Rennen reichte es zu Rang elf. "Damit haben wir mehr erreicht, als wir uns vorgenommen hatten", sagte der 45-Jährige voller Genugtuung. Denn nach dem schwachen Abschneiden bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi strich der DSV den Buckelpistenfahrern die Förderung. "Seitdem ist alles eigenfinanziert, meistens durch Eltern und Verwandte der Sportler", verriet Sieburg.

Die deutschen Snowboarder gingen nach den Welttitelkämpfen 2011 im spanischen La Molina erneut bei einer Großveranstaltung leer aus. Der vierte Platz von Selina Jörg im Parallel-Slalom war das beste Ergebnis von Snowboard Germany.
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