Deutschlands unwichtigste Niederlage aller Zeiten

Die Zuschauer im Stadion von St. Denis verharrten nach dem Spiel im Innenraum. Das Ergebnis des Länderspiels war völlige Nebensache. Bild: dpa

Deutschland verliert in Frankreich mit 0:2. Ein Grund zum Aufregen? Nein! Die Ereignisse in Paris vom Freitagabend ließen das Ergebnis völlig in den Hintergrund treten.

Unmittelbar nach dem Abpfiff spielte die Niederlage angesichts der schrecklichen Ereignisse in Paris überhaupt keine Rolle mehr. "Wir sind alle erschüttert und schockiert", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Freitagabend in der ARD nach der 0:2-Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich. "Für mich tritt der Sport oder die Gegentore in den Hintergrund." Teammanager Oliver Bierhoff sprach von "großer Unsicherheit, großer Angst und großer Betroffenheit". Bei mehreren Attacken in der französischen Hauptstadt waren nach ersten Angaben mindestens 18 Menschen getötet worden. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Polizeipräfektur. Zudem wurden den Angaben zufolge in einem Konzertsaal Geiseln genommen. Ein Polizeisprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur Schüsse im Osten der Hauptstadt, nannte aber zunächst keine Details. Auch zur Zahl der Opfer wollte er sich nicht äußern.

Hubschrauber kreisten über dem Stadion. Hinaus kam zunächst keiner mehr, mit einem Sicherheitsband war das Stadion abgeriegelt. Später durften Menschen aber doch das Stadion verlassen, anders als sonst nach Fußballspielen gingen sie zum Teil zügig das Gelände. Andere aber strömten auf den Rasen und versammelten sich dort. Die Delegation des Deutschen Fußball-Bundes wollte über eine frühzeitige Abreise - noch vor Sonntag - beraten. Bierhoff hatte die Mannschaft in der Kabine unterrichtet, zu diesem Zeitpunkt war das weitere Vorgehen aber noch nicht absehbar.

Das sportliche Geschehen geriet zur Nebensache. Olivier Giroud (45.+1 Minute) und der eingewechselte André-Pierre Gignac (86.) erzielten die Treffer für die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps. Erstmals in der Amtszeit von Bundestrainer Joachim Löw kassierte die DFB-Auswahl damit in einem Jahr ohne Turnier drei Niederlagen. Abgeschlossen wird das deutsche Länderspieljahr am Dienstag mit einem Heimspiel in Hannover gegen den Erzrivalen Niederlande.
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