DFB-Affäre
Ex-Präsident Niersbach weiter belastet

Stefan Hans gilt in der Affäre um die WM-Vergabe 2006 als eine Schlüsselfigur. Der entlassene Direktor streitet vor dem Arbeitsgericht Frankfurt mit dem DFB - und belastet nicht nur Ex-Boss Wolfgang Niersbach.

Frankfurt. Im Arbeitsgerichts-Streit mit seinem früheren Direktor Stefan Hans sind neue Details zur Affäre des Deutschen Fußball-Bundes um die WM-Vergabe 2006 bekanntgeworden. Demnach geraten der zurückgetretene Verbandschef Wolfgang Niersbach und der amtierende Generalsekretär Helmut Sandrock noch mehr in Bedrängnis. Hans wiederum hat sich nach Ansicht der DFB-Anwälte bereichert. Ein gutes Licht auf den Verband warf die Verhandlung am Donnerstag nicht.

Bei dem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Frankfurt konnten sich beide Parteien nicht einigen: Für 24. Mai ist nun ein Kammertermin angesetzt. Der Verband hatte seinem stellvertretenden Generalsekretär gekündigt, weil er seine Informationspflicht bei der Aufklärung der Affäre gegenüber dem DFB-Präsidium verletzt habe. Hans bestreitet dies. Seine Anwältin betonte, dass ihr Mandat "von Anfang an jedes Mal unverzüglich" Niersbach und Sandrock informiert habe. Dabei geht es vor allem um den dubiosen Vertrag mit dem früheren Fifa-Spitzenfunktionär Jack Warner (Trinidad & Tobago). Niersbach hatte bisher betont, er habe davon erst unmittelbar vor der DFB-Präsidiumssitzung am 9. November erfahren. Hans ließ über seine Anwältin nun mitteilen, dass er auch Sandrock bereits am 9. Oktober darüber telefonisch informiert habe. Der einstige Niersbach-Vertraute Hans war beim DFB für Recht, Finanzen und Personal zuständig. Der Verband begründete seine Kündigung damit, dass Hans gegen die interne Recht- und Verfahrensordnung verstoßen und nicht unverzüglich den zuständigen Vizepräsidenten Rainer Koch in sein Wissen eingeweiht habe.
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