DFB-Frauen: Frauenfußball WM 2015 in Ottawa beginnt - Auftaktmatch gegen Elfenbeinküste
Start gegen Außenseiter

Ablenkung vom Vorbereitungsstress auf das WM-Auftaktmatch gegen die Elfenbeinküste: Deutschlands Fußballfrauen (vorne Sara Däbritz aus Ebermannsdorf, Kreis Amberg-Sulzbach) waren am Freitag auf Sightseeing-Tour durch Kanadas Hauptstadt Ottawa. Bild: dpa

Ein Jahr nach dem Titelgewinn der Löw-Elf wollen auch die DFB-Frauen nach der WM-Krone greifen. Zum Auftakt soll in Ottawa weder Außenseiter Elfenbeinküste noch der ungeliebte Kunstrasen zum Stolperstein werden.

Selbst bei der routiniertesten deutschen Spielerin kribbelt es nun gewaltig. Um die Nervosität vor dem Start in ihr letztes großes Fußball-Turnier zu unterdrücken, hat Nadine Angerer ihre eigene Strategie. "Wir wollen im richtigen Kampfmodus beginnen", sagte die Torhüterin vor dem WM-Auftaktmatch gegen die Elfenbeinküste angriffslustig. Die 36 Jahre alte Torfrau der DFB-Auswahl überlässt nichts dem Zufall und will am 5. Juli in Vancouver die internationale Fußball-Bühne nach 19 Jahren unbedingt als Weltmeisterin verlassen.

Zwei Tage vor dem Aufgalopp gegen den krassen Außenseiter aus Afrika am Sonntag (22 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport) in Ottawa gingen die deutschen Fußballerinnen erstmal baden. Zur Ablenkung vom Vorbereitungsstress stieg das Team von Silvia Neid am Freitagmorgen (Ortszeit) in einen Amphibien-Bus namens "Lady Dive". Die halbstündige Sightseeing-Tour durch Kanadas Hauptstadt endete am Marina-Park "Jacques Cartier" am Fuß der Alexandra Bridge im Ottawa River. Die Maßnahme diente vor allem dazu, durchzuschnaufen, den Kopf frei zu bekommen, um sich dann auf den WM-Startschuss zu fokussieren.

Angerer erinnerte an den abschließenden WM-Test in der Schweiz vor zehn Tagen, als der Gegner der schläfrigen DFB-Elf anfangs arg zu schaffen machte, mit aggressivem Pressing den Schneid abkaufte und gar 1:0 in Führung ging. "Das darf man sich hier bei der WM nicht erlauben", mahnte die Bundestrainerin. Es sei wichtig, von der ersten Sekunde an hochkonzentriert zu sein. Beim Kontrahenten dürfe erst gar nicht das Gefühl aufkommen, als sei gegen den zweimaligen Weltmeister und achtmaligen Europameister irgendetwas zu holen.

Deutschland Mitfavorit

Dass WM-Mitfavorit Deutschland beim Griff nach dem dritten Stern zum Turnierstart in der Gruppe B auf die laut Fifa-Weltrangliste schlechteste Mannschaft der 24 Teilnehmer trifft, ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits birgt das Duell mit der Nummer 67 der Welt größeres Blamage-Potenzial, könnte aber auch die Diskussion um den Sinn der Erweiterung des WM-Feldes neu entfachen. Darüber hinaus bietet sich der DFB-Elf die Gelegenheit, sich auf schwerere Aufgaben einzustimmen. Dass diese kommen, ist sicher.

Natürlich muss Neid warnen, die vermeintliche Stärke des Gegners preisen, um in ihrem Edelkader erst gar keinen Schlendrian aufkommen zu lassen. Realistisch betrachtet wäre aber alles andere als ein Kantersieg ein großes Frauenfußball-Wunder.
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