DFB-Pokal-Halbfinale
Hertha will Borussia ärgern

Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (rechts) und Berlins Per Skjelbred kämpfen um den Ball. Am Mittwoch treffen beide Mannschaften im Pokal-Halbfinale aufeinander. Der verletzte Aubameyang wird nicht dabei sein. Bild: dpa

76 233 Zuschauer sind im Stadion, die Hertha-Profis wollen endlich in ein Endspiel zu Hause. Und auch der BVB ist nach der Liverpool-Pleite hungrig: Allerdings fällt Top-Torjäger Aubameyang verletzt aus.

Berlin. Die Profis von Hertha BSC wollen erstmals ins Finale im eigenen Wohnzimmer, die Spieler von Borussia Dortmund unbedingt das dritte Endspiel nacheinander. Die historische Gelegenheit für die Gastgeber am Mittwoch im DFB-Pokal-Halbfinale sieht Kontrahent BVB als besondere Gefahr. "Sie haben eine einmalige Chance auf das Endspiel und strahlen großes Selbstvertrauen aus. Für uns ist es eine der schwersten Aufgaben, die man im Halbfinale haben kann", erklärte Borussen-Trainer Thomas Tuchel am Dienstag.

Der Ausfall von Pierre-Emerick Aubameyang kompliziert das Unternehmen Finale zusätzlich. Der Dortmunder Top-Torjäger hat eine Knochenabsplitterung im rechten Fuß. Für ihn wird vermutlich der Ex-Berliner Adrian Ramos stürmen.

Tuchel hofft, dass sein Team nach dem Aus in der Europa-League beim FC Liverpool (3:4) eine positive Reaktion zeigt: "Es wäre heuchlerisch zu sagen, dass dieses Spiel bereits verarbeitet ist." Mit gequältem Lächeln fügte er an: "Epische Schlachten bitte nur noch mit positivem Ausgang. Wir wollen ins Finale - mindestens." Die Endspiele 2015 und 2014 hatten die Dortmunder gegen den VfL Wolfsburg und Bayern München verloren

Erstmals seit der DFB das deutsche Traditionsfinale 1985 im Berliner Olympiastadion installiert hat, könnten die Hertha-Profis am 21. Mai als Hauptdarsteller mit dabei sein. "Berlin ist heiß, die Mannschaft und der ganze Stab auch", sagte Trainer Pal Dardai. 2,5 Millionen Euro ist der Sprung ins Endspiel wert, eine weitere Million der Finalsieg. Vier Millionen Euro hat Hertha in der Pokalsaison bisher verdient.

Dardai machte aus all dem eine Motivation für sein Team. In der Liga formte er aus einem Abstiegskandidaten einen Anwärter auf einen internationalen Wettbewerb. "Dortmund ist der Favorit, wir haben unser Ziel längst erreicht. Wenn wir es gut mitmachen, können wir 20 Jahre davon erzählen. Innerhalb von einem Spiel kannst du ein Wunder schaffen", verkündete er. Mit Leidenschaft und Freude will Hertha die Dortmunder ärgern. Jedoch ist das Mitwirken von Spielmacher Vladimir Darida (Innenband-Dehnung) noch fraglich. "Wir erinnern uns, dass wir es zuletzt im Februar gut gemacht haben", erklärte Manager Michael Preetz. Beim 0:0 in der Bundesliga hatte Hertha die Borussia am Rand einer Niederlage.

"Wir müssen eine deutliche Schippe drauflegen im Vergleich zu unseren Spielen seit der Länderspielpause, wenn wir am Mittwoch bestehen wollen", betonte Tuchel. Kommentaren, die eigentlich positive Saison sei durch noch eine Niederlage wertlos, widersprach er: "Ich habe keine Lust, alles was die Mannschaft ausstrahlt, an ein, zwei Spielen aufzuhängen und darüber nachzudenken, was passiert, wenn wir verlieren. Wir fühlen uns in der Lage zu gewinnen."
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