DFB-Pokal
Kein Hochmut gegen Bremen

Claudio Pizarro weiß, wie das Feiern eines DFB-Pokal-Triumphs geht. Am 29. April 2006 erzielte er im Pokalfinale gegen die Frankfurter Eintracht das Siegtor zum 1:0 für den FC Bayern. Am Dienstagabend spielt er mit Werder Bremen gegen sein früheres Team. Bild: dpa
In einem Spiel kann alles passieren. Ich bin mir sicher: Werder Bremen kann bei Bayern München gewinnen!Pep Guardiola

Vor Meisterschaft und Champions-League-Halbfinale wollen die Bayern noch schnell das Pokalendspiel klarmachen. Bremen hingegen kommt als krasser Außenseiter nach München - und in einer verzwickten Lage.

München. Werder Bremen beschwört ein Fußball-Wunder, der Mega-Favorit FC Bayern kann im Pokal-Halbfinale aber eigentlich nur über eigenen Hochmut und Schlendrian stürzen. Pep Guardiola warnte seine Stars darum eindringlich vor möglichen Fehleinschätzungen des Gegners und einer laschen Herangehensweise am Dienstagabend. "Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit gegen Schalke, dann bye, bye Pokal", prophezeite er.

Bremen am 16. Tabellenplatz zu messen oder am locker-leichten 5:0 vor wenigen Wochen in der Bundesliga gegen eine Werder-Truppe die Leistungsträger Clemens Fritz, Zlatko Junuzovic und Claudio Pizarro, wäre "ein großer Fehler", betonte Guardiola. K.-o.-Spiele seien speziell: "In einem Spiel kann alles passieren. Ich bin mir sicher: Werder Bremen kann bei Bayern München gewinnen!"

Diesen Glauben wollen die Hanseaten in München zeigen. "Mainz hat dort auch gewonnen, warum soll nicht ein Wunder passieren?", sagte Coach Viktor Skripnik am Montag. "Alles ist möglich, der Glaube daran muss nur sehr stark sein", ergänzte Kapitän Fritz. In den Runden zuvor überraschten die Bremer mit furiosen Siegen gegen Mönchengladbach (4:3) und Bayer Leverkusen (3:1).

"Ein Pokalfinale ist geil", sagte Pizarro, der in seiner stolzen Karriere sechsmal den DFB-Pokal in Händen hielt und die Schwächen bei seiner ehemaligen Mannschaft genau zu kennen glaubt. Die Bayern-Verteidiger kennen aber auch den 37-Jährigen, von dem Guardiola schwärmt: "Claudio ist einer der besten Mittelstürmer, die ich kennengelernt habe. Im Strafraum ist er Wahnsinn."

Der FC Bayern will sich keine Blöße geben. Als Ansporn genügt die Erinnerung an den Halbfinal-K.o. 2015 gegen Dortmund. "Wir müssen einfach gewinnen, nachdem wir letztes Jahr gegen den BVB ausgeschieden sind. Wir wollen das Finale spielen und müssen das auf dem Platz zeigen", sagte Robert Lewandowski.

Skripnik hingegen steckt in einer verzwickten Lage. Drei Tage nach der Herkulesaufgabe in München muss Bremen beim Hamburger SV ran. Es geht um den Liga-Verbleib. "Wir werden mit unserer stärksten Mannschaft antreten", versicherte er: "Ein Halbfinale schenkt man nicht ab."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.