DFB-Präsident zweifelt an der sportpolitischen Zukunft seines Freundes Platini
Niersbach: "Schwerer Rucksack"

Selbst Wolfgang Niersbach hat Zweifel an der sportpolitischen Zukunft seines langjährigen Freundes Michel Platini. Vor der Dringlichkeitssitzung der Uefa-Exekutive an diesem Donnerstag in Nyon betonte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zwar die "Unschuldsvermutung" für den Präsidenten des europäischen Dachverbandes, verwies aber erneut auch auf den "schweren Rucksack" durch die jüngsten Vorwürfe im Fifa-Korruptionsskandal.

"Es ist ein Rucksack, der einen möglicherweise in die Knie zwingen kann", sagte Niersbach. Die Entscheidung darüber hänge nun von der Bewertung der Ethikkommission des Weltverbandes Fifa ab. Zudem nahm der deutsche Verbandschef für das Notfalltreffen der Uefa-Regierung seine Kollegen in die Pflicht. Es komme darauf an, "ob mindestens die Mehrheit die Situation ähnlich einschätzt wie ich. Und ob die anderen überhaupt einen Rucksack in dieser Form wahrnehmen", erklärte Niersbach.

Der (Aufklärungs-)Druck auf den vorerst für 90 Tage suspendierten Platini wächst deutlich an. Mittlerweile scheint es möglich, dass die Exekutive von ihrem aktuellen Chef als Kandidaten für die Nachfolge des ebenfalls suspendierten Fifa-Präsidenten Joseph Blatter abrückt.

In Abwesenheit Platinis, dem jegliche Kontaktaufnahme verboten ist, wird am Donnerstag in der Uefa-Zentrale über die Zukunft des 60-Jährigen debattiert. Ebenso intensiv wird aber auch in den Hinterzimmern über eine mögliche Nachfolgelösung diskutiert. Der frühere UefaChef Lennart Johansson positionierte sich bereits klar. "Niersbach sollte Uefa-Präsident werden", sagte der 85 Jahre alte Schwede. "Er wäre als Uefa-Präsident ein hervorragender Mann." Doch Niersbach selbst vermeidet bislang ein klares Bekenntnis zu Ambitionen auf das höchste Uefa-Amt.
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