Die Bilanz spricht für den Drittligisten: In fünf von sechs Duellen stieg der Zweitligist in ...
"Löwen" bangen, Kieler träumen

Der Trainer der "Löwen", Torsten Fröhling, will mit seiner Mannschaft die Chance nutzen, in der 2. Bundesliga zu bleiben. Aber die Spiele gegen den Drittligisten Holstein Kiel werden sicher nicht einfach. Bild: dpa
Die Münchner "Löwen" wollen ihr "geschenktes zweites Leben" nutzen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten in 1. und 2. Liga stemmt sich der Traditionsclub von der Grünwalder Straße mit aller Macht gegen die Drittklassigkeit. "Wir haben nach Höhen und Tiefen in dieser Saison schon einige Endspiele gehabt. Fakt ist: Wir haben uns da selbst reinmanövriert, aber auch die Chance erarbeitet, in der 2. Liga zu bleiben, jetzt müssen wir sie auch nutzen", erklärte 1860-Trainer Torsten Fröhling am Tag vor dem Relegations-Hinspiel um einen Platz in der 2. Fußball-Bundesliga.

Sind nur Außenseiter

Der klassentiefere Drittligist Holstein Kiel, der am Freitagabend (20.30 Uhr/BR und NDR) Gastgeber ist, gibt vor der ersten Partie die Rolle des Favoriten gerne ab. "Wir sind der Außenseiter. Je länger wir es spannend halten, desto mehr steigen unsere Chancen", sagte Trainer Karsten Neitzel.

Die jüngere Statistik dürfte Kiel Mut machen. Seitdem die Relegationsspiele zur Saison 2008/09 eingeführt wurden, gewann in fünf von sechs Fällen der Drittligist. Besonders dramatisch war es vor einem Jahr: Nach einer 1:3-Heimniederlage kam Darmstadt 98 durch ein 4:2 nach Verlängerung in Bielefeld doch noch weiter - und hat jetzt den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. "Ich erwarte ein typisches Relegationsspiel", orakelte Fröhling.

Nur drei Jahre spielten die Kieler in der 2. Liga, zuletzt 1981, dagegen weist der langjährige Bundesligist aus München bereits 18 Zweitliga-Spielzeiten auf. Dazu gab es 20 Bundesliga-Jahre, die letzte Saison in der Drittklassigkeit war die 1992/93. Als Abstiegstrainer will Fröhling keineswegs in die "Löwen"-Historie eingehen. "Hoffnung macht mir, dass wir schon öfter nach Rückschlägen aufgestanden sind", betonte der Gäste-Trainer.

Letztes Duell an 1860

Das letzte Duell gewannen die Münchner, aber es zeigte auch, dass die Norddeutschen mithalten können. In der ersten DFB-Pokalrunde unterlag Kiel am 17. August knapp mit 1:2. Aufgrund ihrer starken Abwehr, die in 38 Saisonspielen nur 30 Gegentreffer zuließ, entwickelten sich die "Störche" von einem Abstiegskandidaten zu einer Spitzenmannschaft der 3. Liga. Dagegen rutschten die Sechziger, bei denen der frühere Coach Ricardo Moniz im Sommer sogar vom Aufstieg sprach, immer tiefer ab. "Wenn du so spielst wie gegen Karlsruhe, wirst du auch gegen Kiel nicht bestehen", erklärte Kapitän Christopher Schindler.

Während 1860 München - vielleicht auch beeinflusst von einer Trainingsrauferei zu Wochenbeginn - zur Vorbereitung ein Trainingslager in Norderstedt bei Hamburg absolvierte und bereits zwei Tage vor der Partie anreiste, wurde in Kiel wenig verändert. Lediglich die Trainingszeit hat Neitzel auf 20.00 Uhr verlegt, "damit sich der Körper daran gewöhnt, zu dieser Uhrzeit mehr zu leisten, als nur "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" zu gucken".

Der Kieler Übungsleiter kann aus dem Vollen schöpfen. Fröhling, der die drei Spanier Rodri, Edu Bedia und Ilie Sanchez zu Hause ließ, kann nach einer Gelbsperre wieder auf Gary Kagelmacher zurückgreifen.
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