Die deutschen WM-Gruppengegner im Porträt - Gruppe B
Norwegen, Thailand und Elfenbeinküste

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Die deutschen Fußball-Frauen treffen in der WM-Vorrunde in Kanada auf die Elfenbeinküste, Vize-Europameister Norwegen und Thailand.

Düsseldorf. (dpa) Die deutschen Fußball-Frauen treffen in der WM-Vorrunde in Kanada auf die Elfenbeinküste, Vize-Europameister Norwegen und Thailand.

Elfenbeinküste: Die Fußballerinnen der Elfenbeinküste sind zum ersten Mal bei einer WM-Endrunde. Die Mannschaft von Trainerin Clementine Touré löste das Ticket durch den 3. Platz bei der Afrikameisterschaft in Namibia. Schon in der Qualifikation konnten «Les Elephants» überraschend Titelverteidiger Äquatorialguinea ausschalten. Das Halbfinale gegen Kamerun ging zwar knapp verloren, aber im kleinen Finale setzte man sich gegen Südafrika durch.

Die Elfenbeinküste lebt von ihrem Teamgeist, große Stars gibt es nicht. Die meisten Akteurinnen aus dem international unerfahrenen Kader spielen in der Heimat. «Auf diesen Moment haben wir sehr lange gewartet. Was die Mädels in Namibia erreicht haben, ist fantastisch», schwärmte Trainerin Touré, die das Team seit April 2014 coacht. Das einzige WM-Testspiel im Mai ging gegen Kamerun 2:3 verloren. Die angriffsfreudige Elf zeigte neben robustem Spiel auch deutliche Abwehrschwächen.

Bilanz gegen Deutschland: -

Norwegen: Mit Norwegen verbindet das deutsche Team eine besondere Beziehung. Bei fast jedem großen Turnier, ob Welt- und Europameisterschaften oder bei Olympia, trafen die Rivalen aufeinander. Das Team von Even Pellerud marschierte ähnlich souverän als Gruppensieger durch die Qualifikation wie die DFB-Elf: Neun Siege! Nur das bedeutungslose letzte Spiel gegen die Niederlande ging mit 0:2 verloren. Das Torverhältnis von 41:5 war beeindruckend.

Die Norwegerinnen waren bei allen sechs Weltmeisterschaften dabei und sicherten sich 1995 den Titel mit dem 2:0-Finalsieg gegen Deutschland. Auch damals war Pellerud der Trainer. Trine Rønning (32), Ingvild Stensland (33) und Ingrid Hjelmseth (35) sind trotz ihres Alters immer noch Leistungsträgerinnen, genauso wie die zweifache Mutter Solveig Gulbrandsen (34), mit 178 Länderspielen die erfahrenste Spielerin des EM-Zweiten von 2013. Nora Holstad Berge wurde mit Bayern München gerade deutsche Meisterin. Caroline Hansen vom VfL Wolfsburg verpasst die WM wegen Knieproblemen.

Bilanz gegen Deutschland: 14 Siege - 4 Unentschieden - 20 Niederlagen

Thailand: Bei der Asienmeisterschaft in Vietnam qualifizierten sich die Thailänderinnen zum ersten Mal für eine WM. Das Ticket wurde letztlich mit dem 2:1-Sieg mit zwei Toren von Kanjana Sungngoen (28) im Spiel um den 5. Platz gegen die Gastgeberinnen gesichert. «Für uns ist es ein überwältigender Erfolg, bei einer WM spielen zu können», sagt die Angreiferin.

Viele Spielerinnen kennen sich schon lange aus den verschiedenen Nachwuchs-Teams. Thailand spielt einen typisch südostasiatischen Fußball mit schnellen, kurzen Pässen. Gefährlichste Stürmerin ist Nisa Romyen (25). Zu den erfahrensten Akteurinnen gehören die Abwehrspielerin Darut Changplook(27) und Naphat Seesraum (27) im Mittelfeld. Trainerin Nuengrutai Srathongvian übernahm das Team als erste Frau auf diesem Posten im April 2014. Das dritte Gruppenspiel ist für die DFB-Elf das erste Duell mit den Thailänderinnen, die gerade erst ihren Titel als Südostasien-Meister mit einem 3:2 im Finale gegen Myanmar erfolgreich verteidigten.