Die Idee beim Pausentee

So macht eine Weihnachtsfeier Spaß. Die Bayern schütteln im Topspiel ein weiteres Jägerchen ab. Franck Ribéry ist gegen Bayer Leverkusen mit seinem 100. Pflichtspieltor der Matchwinner. Spielentscheidend aber wirken ein Taktik-Wechsel und ein flotter Hinterbänkler.

Auf die Herbstmeisterschaft konnten die Bayern bei ihrer Weihnachtsfeier am 2. Advent noch nicht anstoßen - aber egal. Mit seinem 100. Pflichtspieltor im Trikot des Rekordchampions hatte Franck Ribéry auch so für beste Feierlaune gesorgt. Nach dem 1:0 im Topspiel gegen Bayer Leverkusen taugt allenfalls noch der "nur" sieben Punkte zurückliegende VfL Wolfsburg zum Bayern-Jäger, der Durchmarsch des Serienmeisters zum 25. Titel ist programmiert. "Es ist immer schön, wenn man gewonnen hat, da ist die Stimmung auf einer Weihnachtsfeier besser", frohlockte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge vor dem gemeinsamen Festmahl am Sonntag. Die 90 Minuten Schwerstarbeit am Vorabend begrüßten die Unschlagbaren sogar.

"Es war ein schwieriges Spiel, aber das ist auch mal schön. Das ist das, was wir brauchen", meinte Arjen Robben. "Leverkusen hat uns gefordert", sagte auch Nationaltorwart Manuel Neuer, der im 14. Saisonspiel zum 11. Mal ohne Gegentor blieb! "So ein deutscher 1:0-Sieg gefällt mir auch ganz gut", scherzte Neuer entspannt. Besonders froh war Pep Guardiola. Der Spanier hatte sich nicht wieder von Bayer-Trainer Roger Schmidt überrumpeln lassen, so wie beim 0:3 zu Jahresbeginn in einem Testspiel gegen Red Bull Salzburg. Guardiola wollte am Samstagabend unbedingt als Sieger die Münchner Arena verlassen. "Pep war heiß wie Frittenfett", verriet Matthias Sammer: "Er wollte alles tun, damit wir das Spiel gewinnen."

Guardiola stand in seiner Coaching Zone unter Dauerstrom. Er machte Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt "Druck, Druck, Druck", als dieser das Nasenbluten bei Robben nicht rasch genug stillen konnte. Und er gestikulierte permanent wild mit den Armen. Den Schlüssel zum Sieg fand er dann in der Halbzeitpause, als er seine Breitwand-Taktik mit Robert Lewandowski und Thomas Müller als Links- und Rechtsaußen aufgab. Diese hatte Leverkusen viel Kraft geraubt, aber auch das eigene Angriffsspiel getötet. Der größte Glücksgriff aber war kein Star, sondern ein Hinterbänkler: Sebastian Rode.

Guardiola wechselte den Trainings-Weltmeister für den echten Weltmeister Mario Götze ein. Und plötzlich stimmte die Statik im Münchner Ensemble wieder, Bayern ergriff die Initiative und hätte sogar höher gewinnen können. Guardiola lobte hinterher Rode: "Er hat uns mehr Vollgas gegeben."
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