Die Nimmersatten

Die Lieblingsbeschäftigung der Bayern am Mittwochabend: Robert Lewandowski (links), Holger Badstuber (Mitte) und Jérôme Boateng (rechts) bejubeln ihre Tore. Die Münchner siegten gegen Schachtjor Donezk mit 7:0 und stehen im Viertelfinale der Champions-League. Bilder: dpa

0:0 im Hinspiel: "Das ist ganz gefährlich", sagten alle vor dem Rückspiel. Doch dann machten die Bayern schnell kurzen Prozess.

München. Robert Lewandowski war verzweifelt: Der Pfosten, der Torhüter, Abseits, - immer stand irgendetwas im Wege. Die Kollegen feierten Treffer um Treffer, der Pole im Bayern-Sturm versuchte sich vergebens. Bis zu dieser 75. Minute - seinem Tor zum 6:0. "Auch wenn wir 2:0, 3:0 führen, geben wir uns nicht zufrieden", erklärte der Offensivmann die Gefräßigkeit der Bayern. Am Ende wurde Schachtjor Donezk im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals mit 7:0 (2:0) gedemütigt.

Dennoch lächelte Lewandowski irgendwie gequält. Es zwickt und hakt noch zwischen ihm und dem FC Bayern. Ganz anders das Lachen des Holger Badstuber: Drinnen in der Arena hatten ihn die Fans enthusiastisch gefeiert, drunten im Bauch des Stadions adelte ihn Karl-Heinz Rummenigge: "Er ist mein persönlicher Held", sagte der Boss und meinte nicht nur das Tor des Verteidigers.

Komisches Problem

Rummenigge bewunderte, wie sich der baumlange Blondschopf nach all seinen Verletzungen gegen das drohende Karriereende stemmte und wieder zurückkam. Nach all den Monaten ohne Ball, ohne Erfolg, hatte Badstuber ein komisches Problem: "Ich wusste gar nicht, wie ich jubeln sollte", gestand der Schwabe. Das 5:0 (63.) per Kopfball war auch nicht irgendein Tor, sondern sein erster Treffer in der Champions-League. Das mit dem Jubeln klappte dann doch ganz gut. Badstuber lag an diesem Abend nur einmal daneben, als er sagte, dass Donezk dennoch eine sehr gute Mannschaft habe. Die Ukrainer waren in keiner Phase ein ernsthafter Herausforderer. "Es gibt nicht viel zu sagen", gab sich Gäste-Trainer Michael Lucescu auch äußerst kleinlaut: "Ich bin sehr traurig, dass wir so hoch verloren haben."

Natürlich lief auch viel gegen Donezk. "Die frühe Rote Karte hat uns natürlich in die Karten gespielt", sagten sie alle von Pep Guardiola bis Jérôme Boateng. Schon nach drei Minuten schickte Schiedsrichter William Collum Alexander Kutscher nach einem Foul an Mario Götze im Strafraum mit Rot vom Platz. Thomas Müller verwandelte zur frühen Führung für die Bayern. "Der Spielverlauf war exzellent für uns", merkte der sichere Elfmeterschütze, der später auch noch zum 4:0 (52.) traf, an. "Man geht nach ein paar Minuten in Führung und die anderen sind einer weniger. Wenn man sich was wünscht, dann so was." Guardiola war ob der Vorstellung vor 70 000 Zuschauern wunschlos glücklich: "Wir haben das Spiel voll dominiert. Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt."

Boateng unnötig verwarnt

Natürlich wollen die Bayern jetzt nach Berlin, zum Finale am 6. Juni. Vor allem Boateng, der zum 2:0 (34.) traf, würde nur allzu gerne in seiner Heimatstadt um Europas Krone spielen. "Es ist noch ein weiter Weg, aber jetzt ist uns egal, wer kommt." Boateng muss nur aufpassen, dass er Richtung Berlin nicht ausgebremst wird. Gegen Donezk kassierte er seine zweite Gelbe Karte. Bei der dritten muss er eine Partie zuschauen. Trotz Ribéry, Robben und Götze - auf Boateng könnten die Bayern am allerwenigsten verzichten.
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