Die Pleite der Weltmeister

Es läuft für den Jahn Regensburg momentan richtig gut. Tabellenführer in der Regionalliga und jetzt auch noch ein Sieg gegen den FC Bayern München. Klar, dass die Spieler da richtig jubeln. Bild: Baehnisch

Vorher wurde nur über die Höhe des Gästesieges diskutiert, nachher waren alle baff. Der SSV Jahn Regensburg ist der erste Verein, der nach dem Saisonstart den FC Bayern München besiegen konnte.

Regensburg. (mr) Manchmal gehen Träume schon Stunden später in Erfüllung: Am Mittwoch hatte Jahn-Stürmer Markus Ziereis noch im Gespräch mit unserer Zeitung von einem Tor gegen eine der weltbesten Mannschaften, den FC Bayern München, geträumt. Am Donnerstag war es so weit. Der 23-Jährige war unter den Torschützen beim 3:1 (3:1) gegen die großen Bayern im neuen Regensburger Stadion. Obwohl, die Bayern waren an diesem Abend beim Gastspiel in der Oberpfalz gar nicht so groß, eigentlich überhaupt nicht groß. Okay, mit Philipp Lahm und Xabi Alonso hatten sie zwei Weltmeister mit an die Donau gebracht. Dann wurde es aber vor den gut 15 000 Zuschauern schon dünn bei der Profibesetzung: Sebastian Rode, der in der Bundesliga auf viel mehr Einsätze brennt, versuchte noch, sich bei Pep Guardiola im Testspiel zu empfehlen.

Sohn von Scholl dabei

In vorderster Front war Sinan Kurt im Einsatz. Das hoch gelobte Talent konnte aber seine Profitauglichkeit nicht unbedingt nachweisen. Das Tor hütete der aus Stuttgart gekommene Sven Ulreich. Das war's mit den bekannten Kickern. Nein, ein großer Bayern-Name stand noch auf der Anzeigetafel: Scholl. Aber es spielte natürlich Lucas, Mehmets Sohn.

Und so waren die Regensburger gegen die Elf der doch ziemlich unbekannten Bayern auch ganz frech. Jann George und Fabian Trettenbach probierten es immer wieder über rechts. Die junge Bayern-Abwehr lief oft hinterher. Und auch Xabi Alonso, der bei Real Madrid und dem FC Liverpool gestählte Weltmeister, gab den Jungs keine Sicherheit. Im Gegenteil: Er leistete sich das dumme Foul im Sechzehner gegen Kolja Pusch, das zu einem Elfmeter führte. Der Gefoulte verwandelte selbst.

Es war allerdings schon das 1:1 (34.), denn drei Minuten zuvor hatte der kleine Scholl die Bayern in Führung gebracht. Davor hatten die Regensburger einen Abwehrfehler begangen. Kein Fehler wurde vor dem 2:1 (40.) gemacht. Es war einfach nur gut gemacht: Markus Ziereis setzte sich stark über rechts durch und Jann George brauchte nur einzuschießen. Kurz vor der Pause schaffte Markus Ziereis gar das 3:1. Kein Traumtor, aber eines zum Träumen.

Der Rückstand der Bayern hatte natürlich Konsequenzen. Lahm und Alonso hätten eigentlich zur Pause ausgewechselt werden sollen, doch die beiden Stars mussten auf dem Platz bleiben. Schadensbegrenzung betreiben. Nach 56 Minuten durfte Lahm dann doch raus. Für ihn kam - Valentin Michel. Alonso wurde sogleich befördert - zum Kapitän. Das blieb er - für drei Minuten, dann durfte auch der Spanier runter.

Kleine Sensation

Jetzt war Rode Spielführer. Die Bayern probierten es, die Regensburger hielten dagegen. Mit dem 3:1 war die kleine Sensation perfekt. "Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen", sagte Lahm, "sie haben alles gegeben." Und allzu hoch hängen wollte er die Niederlage auch nicht: "Das Ergebnis war heute nicht so wichtig." Für die Regensburger schon.
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