Die Wiederauferstehung

Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (links) feiert mit dem Torschützen Henrich Mchitarjan dessen Treffer zum 4:0. Der BVB spielte gegen die Gladbacher groß auf. Bild: dpa

Von solch einem Bundesliga-Einstand beim BVB hätte Thomas Tuchel wohl kaum zu träumen gewagt. Beim 4:0 über Gladbach spielte sein Team ähnlich groß auf wie in glorreichen Tagen unter seinem Vorgänger Jürgen Klopp. Das veranlasste den Coach zu einer besonderen Geste.

Am Ende der Gala überließ Thomas Tuchel seinen Profis das Rampenlicht. Als sich das Team auf den Weg zur bebenden Südtribüne machte, blieb der neue Dortmunder Coach zurück und genoss das Spektakel als staunender Beobachter. "Das war Gänsehaut, eine unglaubliche Stimmung", schwärmte er nach dem 4:0 (3:0) gegen Borussia Mönchengladbach. Bei allem Stolz über das beste Debüt eines Trainers in der BVB-Vereinshistorie nahm sich Tuchel Zeit für eine besondere Geste: "Wir hätten nicht so gewinnen können, wenn Jürgen Klopp Mist gebaut hätte, und müssen damit aufräumen, dass unsere Leistungen immer gleich Kritik an Klopp sind. Das gehört sich nicht."

Keine Kampfansage

Mit diesem Verweis auf seinen in Dortmund noch immer beliebten Vorgänger sammelte Tuchel beim Anhang weitere Pluspunkte. Vieles von dem, was der Revierclub beim Kantersieg über den überforderten Champions-League-Teilnehmer vom Niederrhein bot, erinnerte an den von Klopp kreierten Vollgasfußball aus den Meisterjahren 2011 und 2012. Dennoch ließ sich niemand zu einer Kampfansage an den Titelverteidiger aus München oder den Pokalsieger aus Wolfsburg hinreißen.

Einige Indizien verheißen jedoch eine bessere Saison als die vorherige. In bisher vier Pflichtspielen unter der Regie von Tuchel gab es vier Siege - alle ohne Gegentor. Darüber hinaus wirken Profis wie Hummels, Ilkay Gündogan und Marco Reus deutlich formverbessert. Stellvertretend dafür steht Henrich Mchitarjan. Mit bisher sechs Toren hat der Armenier schon nach dem ersten Ligaspieltag mehr Pflichtspieltreffer erzielt als in der gesamten Vorsaison (5). Auch gegen Gladbach steuerte er zwei Tore (33./50.) bei. Als die weiteren Torschützen Reus (15.) und Pierre-Emerick Aubameyang (21.) kurz vor Ende der Partie ausgewechselt wurden, gab es Ovationen von den Rängen.
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