Doch noch standesgemäß
Der FC Bayern, Schalke und Simeones Geist

Arturo Vidal bejubelt seinen Treffer zum 3:0 gegen den FC Schalke 04. Bild: dpa (Foto: dpa)

Der am Ende standesgemäße 3:0-Erfolg über Schalke 04 wirkte nebensächlich. Obwohl der FC Bayern bereits am nächsten Samstag mit der vierten Meisterschaft in Serie ein Novum schaffen könnte, wirft ein anderes Großereignis bereits seine Schatten voraus.

München. Geduld war das wohl am meisten strapazierte Wort nach dem Erfolg über die Ruhrpott-Kicker, bei denen es hinter den Kulissen richtig zu brodeln beginnt. Egal, ob Kapitän Philipp Lahm, der nach dem Erfolg in der Champions-League während der Woche von Trainer Pep Guardiola wieder ins Mittelfeld beordert wurde, oder Torjäger Robert Lewandowski, der als Antwort auf die Joker-Rolle in Lissabon einen Doppelpack zum Sieg beisteuerte: "Wir wussten in der Halbzeit alle, dass das bis dahin nicht sonderlich gut war", sagte der Pole. Aber am Sieg zweifelte auch Lahm nicht: "Wenn man unsere Leistung der letzten Monate betrachtet, ist Kritik an unserem Auftreten schon Jammern auf sehr hohem Niveau."

Ohne Tempo


Und ganz zu schweigen vom Ex-Schalker Manuel Neuer, der vom ehemaligen Anhang 90 Minuten konsequent ausgepfiffen wurde: "Wir legten eine geduldige Spielweise an den Tag, die auch nötig war, bis der Schalker Abwehrriegel geknackt war." Man könnte entgegnen, dass die Bayern besonders im ersten Abschnitt zu fahrig, ohne Rhythmus und Tempowechsel agierten. Und da die Mannschaft von Coach André Breitenreiter ordentlich Beton anrührte, blieb unter dem Strich eine unansehnliche Partie.

Schalke bot mit einer Fünfer- und davor einer Viererkette ein Abwehrbollwerk auf, das den Bayern einen Vorgeschmack auf das Halbfinale in der Champions-League gegen die Defensivkünstler von Atlético Madrid lieferte. Allerdings besitzt die Mannschaft des argentinischen Coaches Diego Simeone eine größere individuelle Klasse, um den Bayern mit offensiven Nadelstichen wehzutun. Antoine Griezmann, Fernando Torres und Co. werden Nachlässigkeiten, wie sie sich die Guardiola-Elf besonders im ersten Abschnitt leistete, konsequenter bestrafen, als dies Klaas-Jan Huntelaar, Leroy Sané oder Eric-Maxim Coupo-Moting taten.

Guardiola sah sich nach der Partie gemüßigt, seinen Mannen deutlich vor Augen zu führen, dass "eine Leistung wie heute gegen Madrid nicht reichen wird". Der Spanier ging gar noch weiter: "Nicht mal gegen Bremen." Die Norddeutschen gastieren am Dienstag (20.30 Uhr) im Halbfinale des DFB-Pokals in der Arena.

Der Dosenöffner


Gegen Schalke gab Torjäger Lewandowski den Dosenöffner mit einem Doppelschlag binnen elf Minuten (54./65.). Der neue Fan-Liebling Arturo Vidal setzte in der 73. Minute den Schlusspunkt, ehe er unter dem tosenden Applaus der Fans ausgewechselt wurde. Als Vorsichtsmaßnahme, denn der Chilene ist bei den kommenden Aufgaben unersetzlich.


Sky: Weinzierl und Schalke einigMarkus Weinzierl, Coach des FC Augsburg, soll zur nächsten Saison neuer Trainer des FC Schalke 04 werden. Dies meldete der Pay-TV-Sender Sky am Rande der Bundesliga-Partie der Gelsenkirchener beim FC Bayern München am Samstagabend mit dem Verweis auf „Augsburger und Schalker Quellen“. Die Verantwortlichen der Knappen reagierten sehr dünnhäutig, als sie mit den Gerüchten konfrontiert wurden. „Ich habe die Information, dass ich auch nächste Saison Schalke-Trainer bin. Aber ich äußere mich nur zur Begegnung heute“, sagte Noch-Trainer André Breitenreiter. Auf erneute Nachfrage entgegnete er: „Ich muss mir so eine Fragerei nicht bieten lassen. Entweder wir reden übers Spiel oder brechen das Interview ab.“
Der scheidende Manager Horst Heldt wollte „die Personal-Entscheidungen der nächsten Saison nicht kommentieren“ und hatte für die Verbreiter solcher „Störfeuer“ noch einen Rat parat: „Wer diese Diskussion führt, soll einfach die Klappe halten.“ Medienberichten zufolge hat schon Neu-Manager Christian Heidel, der aus Mainz kommt, das Sagen. Billig wird eine Weinzierl-Verpflichtung jedenfalls nicht. Der Augsburger Erfolgscoach verlängerte erst vor einem Jahr seinen Kontrakt bei den bayerischen Schwaben bis 2019.
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