Dortmund gewinnt Testspiel bei St. Pauli mit 2:1
Adnan Januzaj trifft im ersten Spiel

Es gibt Fußballspiele, bei denen ist der Sport nur Nebensache. Das Testspiel im Hamburger Millerntor-Stadion zwischen dem Zweitligisten FC St. Pauli und Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund vor 25 731 Zuschauern war so eine Partie. "Refugees Welcome" (Flüchtlinge willkommen) lautete das Motto am Dienstagabend.

1000 Flüchtlinge samt freiwilligen Helfer waren eingeladen, damit sie zumindest für wenige Augenblicke ihre Sorgen vergessen. "Es ist zumindest ein kleiner Anfang, dass man ihnen das Gefühl vermittelt, willkommen zu sein", sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel. Die St.-Pauli-Spieler liefen beim Aufwärmen mit der Botschaft "Refugees Welcome" auf. Beim Einlaufen der Mannschaften hielten die Anhänger Willkommensbanner in die Höhe. Die Einlaufkinder waren Flüchtlingskinder aus der Erstaufnahmeeinrichtung in den Hamburger Messehallen. Dortmunds Verteidiger Neven Subotic kann das Leid der Kinder besonders gut nachempfinden. Als er zwei Jahre alt war, floh er mit seiner Familie aus dem Kriegsgebiet von Jugoslawien nach Deutschland.

St.-Pauli-Trainer Ewald Lienen rief jeden auf, Flüchtlingen zu helfen. "Es reicht nicht, nur ein Banner hochzuhalten. Wir müssen das auch im Alltag umsetzen." Richtig in Rage gerät der 61-Jährige, wenn er auf die Gegner von Flüchtlingen zu sprechen kommt: "Die würde ich am liebsten dorthin schicken, wo die Flüchtlinge herkommen." Fußball gespielt wurde übrigens auch. Die Dortmunder haben bewiesen, dass sie trotz der Abwesenheit von 15 Nationalspielern eine Partie kontrollieren können, und gewannen mit 2:1. Der von Manchester United an Dortmund ausgeliehene Adnan Januzaj erwies sich zudem als echte Verstärkung und erzielte ein Tor. Aber wie gesagt: Das war nur Nebensache.
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