Dortmund kann auch anders

Der Dortmunder Erik Durm (rechts) versucht an Hamit Altintop vorbeizukommen. Der BVB hatte mit Galatasaray beim 4:1 kaum Probleme. Bild: dpa

In der Bundesliga auf einem Abstiegsplatz, in der Champions-League mit vier Siegen in vier Spielen: Borussia Dortmund zeigt gegen Galatasary wieder einmal sein Festtagsgesicht und steht im Achtelfinale der Königsklasse.

So früh wie nie zuvor hat sich Borussia Dortmund für die K.-o.-Runde der Champions-League qualifiziert und damit Mut für die Krisenbewältigung im Liga-Alltag geschöpft. Der Vorletzte der Fußball-Bundesliga feierte am Dienstagabend beim 4:1 (1:0) gegen den türkischen Meister Galatasaray Istabul im vierten Vorrundenspiel der den vierten Sieg. 13 Tage nach der 4:0-Gala im Hinspiel in Istanbul sicherte sich der BVB vor 65 851 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park durch die Treffer von Marco Reus (39.), Sokratis (56.) und Ciro Immobile (74.) sowie ein Eigentor von Semih (85.) den dritten Achtelfinal-Einzug in Serie. Dabei musste Schiedsrichter Pavel Kralovec die Partie in Halbzeit zwei für drei Minuten unterbrechen, weil türkische Fans Feuerwerkskörper auf den Rasen warfen. Sogar ein Abbruch habe gedroht, verriet BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Das zwischenzeitliche 1:2 durch Hakan Balta (70.) blieb ohne Konsequenz.

Klopp ohne Angst

Unbeeindruckt von den Ausschreitungen festigte das Team von Trainer Jürgen Klopp mit zwölf Punkten und 13:1 Toren seine Führung in der Staffel D vor dem FC Arsenal. Durch die fünf Punkte Vorsprung ist dem BVB der Gruppensieg kaum noch zu nehmen. "Für uns ein fantastisches Spiel. Sorge hatte ich heute gar keine. Ich habe der Mannschaft angesehen, dass sie stabil ist", sagte Klopp, der den Frust der Gäste-Fans als "pure Provokation" bewertete. Auch Zorc atmete auf. "Wir haben sehr verdient gewonnen. Insgesamt bin ich angesichts unserer Situation in der Liga sehr zufrieden mit unserem Spiel." Der BVB hat in vier Champions-League-Spielen mehr Punkte geholt als in zehn Bundesliga-Auftritten.

Die Dortmunder begannen engagiert, aber nervös und leisteten sich vor allem im Aufbau unerwartet viele Fehler. Galatasarays italienischer Coach Cesare Prandelli verordnete dem türkischen Rekordmeister eine sehr kompakte Ausrichtung mit zwei Viererketten, die zunächst geschickt die Räume zustellten. Anders als beim Blitzstart am Bosporus, als der BVB bereits nach 18 Minuten mit 2:0 führte, war diesmal Geduld gefragt. Nicht zum ersten Mal taten sich die Dortmunder gegen einen derart tief stehenden Gegner schwer.

Im BVB-Spiel fehlten über weite Strecken der ersten Hälfte Rhythmus, Tempo und Kreativität, und so strahlte die Borussia vor allem nach Ecken von Reus Gefahr aus: Der Grieche Sokratis köpfte den Ball nur an die Latte (25.), elf Minuten später schoss Subotic am langen Pfosten drüber. Dazwischen verzog Shinji Kagawa knapp (33.).

Gleich beim ersten gelungenen Angriff der Dortmunder machte es Reus besser. Der Nationalspieler veredelte einen starken Pass des Polen Lukasz Piszczek in den Rücken der gegnerischen Abwehr und tunnelte Galatasaray-Keeper Fernando Muslera aus abseitsverdächtiger Position (39.) mit seinem zweiten Champions-League-Treffer in dieser Saison zur verdienten Pausenführung.

Auch nach dem Wechsel blieb der BVB am Drücker. Nach einem schönen Einsatz des starken Sebastian Kehl schlug Sokratis aus fünf Metern zu (56.). Jetzt konnte es sich Klopp sogar leisten, vor dem schweren Heimspiel am Sonntag gegen Gladbach Ilkay Gündogan zu ein bisschen Spielpraxis zu verhelfen. Doch statt das komfortable 2:0 souverän über die Zeit zu spielen, ließ sich der BVB kurz verunsichern. Balta machte es durch den unnötigen Anschlusstreffer noch einmal spannend. Klopp reagierte, brachte Immobile für Reus (71.), und der Italiener führte sich mit seinem dritten Tor in der Königsklasse gut ein. Das Eigentor von Semih (85.) war die Schlusspointe.
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