Dortmund und Bayern werben um den BVB-Abwehrchef - Finanzielles untergeordnet
Pokern um Mats Hummels

Mats Hummels im gelben BVB-Trikot. Ob er auch in Zukunft in den Farben der Dortmunder auf dem Platz stehen wird, ist noch nicht sicher. Auch der FC Bayern hat Interesse am derzeitigen BVB-Abwehrchef. Bild: dpa

Dortmund. München oder Dortmund? Im Werben um Mats Hummels sind ausländische Clubs wohl aus dem Rennen. Dem Vernehmen nach will sich der Weltmeister zwischen den nationalen Branchenführern entscheiden. Noch hat der BVB die Hoffnung auf eine Verlängerung des bis 2017 datierten Vertrags nicht aufgegeben. Doch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke deutete an, wie schwer die finalen Gespräche werden: "Egal, wie sich irgendwo irgendein Spieler entscheidet: Wir haben seit fünf Jahren gezeigt, dass wir alle Spieler ersetzen können. Borussia Dortmund ist kein Thema von Einzelschicksalen."

Nach Informationen der "Bild" liegt Hummels ein unterschriftsreifer und lukrativer Vierjahresvertrag der Bayern vor. Finanzielle Aspekte sollen für ihn aber eine untergeordnete Rolle spielen. Die Borussia wäre bereit, beim seinem Gehalt in neue Dimensionen vorzustoßen. "Um Mats werde ich kämpfen, wie ich noch nie um einen Spieler gekämpft habe", hatte Watzke angekündigt.

Standortnachteile schwächen die Verhandlungsposition des BVB-Chefs. Die bayerische Landeshauptstadt punktet als familiärer Fixpunkt: Die Nähe zu Mutter, Vater und Bruder wäre garantiert, Ehefrau Cathy stammt aus Dachau. Zudem lockt die bessere Aussicht auf weitere nationale und internationale Titel. Der Ärger, dass die einstigen Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld und Jürgen Klinsmann keine Verwendung für den in der Münchner Jugend ausgebildeten Profi sahen, ist längst verflogen.

Gleichwohl würde der BVB-Abwehrchef gerne helfen, das vielversprechend gestartete Projekt des neuen BVB-Trainers Thomas Tuchel voranzubringen. Zudem genießt er bei den Fans hohe Wertschätzung. Das würde sich bei einem Wechsel zu den Bayern ändern. Noch heute nimmt der schwarz-gelbe Anhang den Bayern das Abwerben von Robert Lewandowski (2014) und Mario Götze (2013) übel.

Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass der Bundesliga-Tabellenzweite - wie bei Lewandowski - die Freigabe verweigert und Hummels erst nach Ende der Vertragslaufzeit ablösefrei ziehen lässt. Die Aussage von Michael Zorc im "Kicker" könnte deshalb als Versuch gewertet werden, das Schmerzensgeld in die Höhe zu treiben: "Ich kann das nicht bestätigen, aber auch nicht ausschließen. Am Ende sind wir es, die entscheiden." Eine üppige Einnahme von geschätzten 30 Millionen Euro würde die Suche nach einem Hummels-Nachfolger erleichtern. Im Gespräch sind der Leverkusener Ömer Toprak und der Hoffenheimer Niklas Süle.

Seinen Vertrag bereits verlängert hat Außenverteidiger Marcel Schmelzer. Am Montag unterschrieb er bis zum 30. Juni 2021. Er war neben Hummels, Henrich Mchitarjan und Ilkay Gündogan der vierte Profi mit einem nur bis 2017 gültigen Kontrakt. Die Gespräche mit Mchitarjan dauern an, Gündogan soll vor einem Wechsel zu Manchester City stehen.
Um Mats werde ich kämpfen, wie ich noch nie um einen Spieler gekämpft habeHans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund
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