Draxler lässt Wolfsburg jubeln

Julian Draxler erzielte das Tor des Tages in Wolfsburg. Mit seinem Treffer zum 1:0 bescherte der Ex-Schalker seinem neuen Verein die ersten drei Punkte in der Champions-League-Saison 2015/16. Bild: dpa

Welch eine Heimpremiere für Neuzugang Julian Draxler beim VfL Wolfsburg! Der Club-Rekordeinkauf erzielte den Siegtreffer bei der Rückkehr der Niedersachsen in Europas Königsklasse. In zwei Wochen geht es zu Manchester United und Bastian Schweinsteiger.

35-Millionen-Mann Julian Draxler hat dem VfL Wolfsburg nach sechs Jahren ein erfolgreiches Comeback auf der Champions-League-Bühne beschert. Der Nachfolger von Kevin De Bruyne führte am Dienstag bei seiner Heimpremiere die Niedersachsen mit dem Siegtor und einer starken Leistung zum 1:0 (1:0) gegen den russischen Spitzenreiter ZSKA Moskau. Damit haben die Wölfe den ersten Schritt in Richtung Minimalziel Achtelfinale gemacht und sich vor der schweren Aufgabe beim englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United und Bastian Schweinsteiger in zwei Wochen eine gute Ausgangsposition verschafft.

Großen Anteil am Startsieg in der Königsklasse hatte vor der enttäuschenden Kulisse von nur 20 126 Zuschauern insbesondere Draxler. Im Gegensatz zu seinem Debüt am Wochenende in Ingolstadt (0:0) zeigte der Club-Rekordeinkauf auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld sein Potenzial, was mit dem Führungstor in der 40. Minute auch belohnt wurde.

"Wenn man Vizemeister und Pokalsieger geworden ist, ist es klar, dass man abliefern muss", hatte Klaus Allofs vor dem Duell mit dem 14-maligen russischen Meister gefordert. Die Worte des Managers wurden erhört. Gegen eine tief stehende ZSKA-Mannschaft erspielte sich der VfL ein deutliches Übergewicht, hatte hohe Ballbesitzanteile - nur die Chancenverwertung war noch ausbaufähig. So scheiterte der oftmals unglücklich agierende Weltmeister Andre Schürrle mit einem Schuss aus halblinker Position an Russlands Nationalkeeper Igor Akinfejew (25.).

Spätestens in der 37. Minute hätte aber Daniel Caligiuri für die Führung sorgen müssen, als er nach einem langen Pass von Ricardo Rodriguez frei vor Akinfejew stand, mit seinem Torabschluss aber viel zu lange zögerte. So war es Draxler, der für die längst überfällige Führung sorgte. Der Ex-Schalker leitete den Angriff selbst ein, ehe er nach Flanke von Max Kruse per Kopf erst scheiterte, den Abpraller dann aber zur Führung über die Linie drückte.

Und die Russen? Die in der Liga ungeschlagene Mannschaft von Leonid Sluzki lieferte eine biedere Vorstellung ab und präsentierte sich offensiv harmlos. VfL-Torhüter Diego Benaglio war nahezu beschäftigungslos. Der Schweizer ist neben Marcel Schäfer, der auf der Bank saß, der einzige Spieler aus der 2009-er Mannschaft, die letztmals in der Champions-League spielte. Exakt vor sechs Jahren waren die Wolfsburger ebenfalls mit einem Sieg (3:1) gestartet. Diesmal machten sich die Wolfsburger das Leben aber selbst schwer. Der DFB-Pokalsieger machte in der zweiten Halbzeit zu wenig aus den sich bietenden Freiräumen, nachdem die Russen ihre Defensivhaltung ablegten. Es reichte trotzdem.
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