Dreispringer hätte bei Olympia in Peking starten dürfen
Friedek-Triumph im Rechtsstreit

Charles Michael Friedek bei seiner Lieblingssportart Dreisprung. Der ehemalige Weltklasse-Athlet erhielt jetzt in einem Rechtsstreit mit dem DOSB recht. Bild: dpa
Der frühere Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek (44) hat im jahrelangen Rechtsstreit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund um seine verpasste Olympia-Teilnahme 2008 triumphiert. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe urteilte am Dienstag, dass der DOSB als Monopolverband zur Nominierung von Athleten seine Pflicht "schuldhaft" verletzt habe. Dies habe zuvor schon das Landgericht Frankfurt rechtsfehlerfrei festgestellt. "Er wird erleichtert sein, dass dieser Justizmarathon jetzt rechtlich geklärt ist", sagte Friedeks Anwalt Michael Lehner über seinen Mandanten, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war.

Der einstige Weltklasse-Leichtathlet hatte auf Schadensersatz für seinen verpassten Olympia-Start 2008 in Peking geklagt. Mit dem Revisionsprozess unter dem Vorsitzenden Richter Alfred Bergmann war ein sieben Jahre langer Rechtsstreit des Leverkuseners mit dem DOSB in die dritte und letzte Instanz gegangen. Über die Höhe des Schadensersatzes muss nun das Landgericht Frankfurt entscheiden. Friedek fordert 133 500 Euro für entgangene Sponsoren-, Preis- und Startgelder. Möglicherweise kommt es aber nicht mehr zu einem weiteren Prozess, sondern zu einer außergerichtlichen Einigung. "Ich würde mir wünschen, dass sich beide Parteien an einen Tisch setzen", sagte Lehner der Deutschen Presse-Agentur.

Der heute 44 Jahre alte Friedek war beim Meeting in Wesel im Juni 2008 die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geforderte Normweite von 17 Metern zweimal gesprungen, allerdings innerhalb dieses einen Wettkampfs. Der DLV verlangte, dass sie bei zwei verschiedenen Veranstaltungen erbracht wird - was damals aber nicht eindeutig so festgeschrieben war. Daraufhin wurde Friedek nach einer DOSB-Entscheidung nicht nach Peking mitgenommen.

Ein Fall Friedek wäre heute so nicht mehr möglich, da der DLV die Lücke im Regelwerk längst geschlossen hat. "Der Rechtsstreit war für den DLV Anlass, die Nominierungsfrage völlig klar zu definieren, so dass es keinerlei Diskussionen geben kann", sagte Verbandschef Clemens Prokop.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.