Druck vor Heimspiel gegen Hertha - Trainer-Spekulationen und Doping-Vorwürfe
Viel Unruhe beim VfB Stuttgart

Der Nachfolger von Huub Stevens steht angeblich schon fest. Am Tag vor dem wichtigen Heimspiel gegen Hertha BSC berichtete die "Bild"-Zeitung, der VfB Stuttgart habe sich mit Leipzigs Ex-Coach Alexander Zorniger auf einen Vertrag über drei Jahre geeinigt. Spätestens zum Saisonende soll der 47-Jährige demnach mit dem schon oft beschworenen Neuanfang beim derzeitigen Tabellenschlusslicht der Fußball-Bundesliga beginnen. Womöglich aber auch schon früher - falls Stevens mit dem VfB heute (20.30 Uhr/Sky) gegen Berlin auch im achten Spiel nacheinander kein Sieg gelingt.

Herthas lange Ausfallliste um Ex-VfB-Stürmer Julian Schieber ist im Vergleich zum Tohuwabohu in Stuttgart ein vergleichsweise bescheidenes Problem. Parallel zu den Spekulationen um Stevens' Posten, aus denen auch ein Streit zwischen Zornigers Ex-Chef Ralf Rangnick und VfB-Sportvorstand Robin Dutt entstanden ist, muss sich der Traditionsverein vom Neckar seit Montag mit Doping-Vorwürfen auseinandersetzen.

Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre soll der Club Anabolika bestellt haben. Das belegen angeblich Unterlagen, die die Evaluierungskommis-sion Freiburger Sportmedizin ausgewertet hat, um die Doping-Vergangenheit der Universität Freiburg zu untersuchen.

Dass in Andreas Singler ein Mitglied des Gremiums ohne Absprache ausgerechnet jetzt damit an die Öffentlichkeit gegangen ist, ist Letizia Paoli, Vorsitzender der Kommission, unangenehm. "Ich nenne das gerade auch deswegen unverantwortlich, weil das mediale Interesse und die damit verbundenen Spekulationen gerade im Fall des SC Freiburg und VfB Stuttgart, die auf dem 17. respektive 18. Tabellenplatz stehen, deren Konzentration und Mobilisierung aller Kräfte zum Bundesliga-Klassenerhalt sicher nicht zuträglich sind", schrieb die Mafia-Expertin in einem Brief an die Schwaben.

Stuttgart hatte zuvor darum gebeten, Einsicht in die Unterlagen zu bekommen. Das sei leider nicht möglich, antwortete Paoli. Der Verein müsse auf das Gutachten bis zur Veröffentlichung des Abschlussberichts warten. Der soll im Herbst fertig sein.

Bis dahin ist zumindest die Trainerfrage beim VfB beantwortet. Und auch, ob der fünfmalige deutsche Meister dann nur noch ein Zweitligist ist oder nicht.

"Noch zehn Schicksalsspiele"

Eine besondere Bedeutung wollte Stevens dem Duell mit den von seinem ehemaligen Spieler Pal Dardai trainierten Berlinern aber nicht zuschreiben. "Danach kommen noch zehn Schicksalsspiele", sagte der 61-Jährige. "Aber klar: je weniger Spiele du hast, desto schwieriger ist es, wenn du da unten stehst."
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