DTM in Nürnberg
Hitzige Wortgefechte am Norisring

Mattias Ekström zählt fraglos zu den besten Fahrern in der DTM. Weil er sich zuletzt aber mehrfach öffentlich über seine Konkurrenten beklagte, war der Aufschrei nach einem von ihm verursachten Unfall am Norisring groß. Eine Strafe gab es auch für ein Opfer.

Nürnberg. Die Wut auf Audi-Fahrer Mattias Ekström kostete Mercedes-Mann Christian Vietoris 3000 Euro. "Das ist das allergrößte Arschloch, unglaublich. Erst macht er auf Sonnyboy im Fahrerlager, dann räumt er alle ab. Er soll bleiben, wo er ist. Ich will ihn gar nicht sehen", fluchte Vietoris in der ARD nach einem von Ekström provozierten DTM-Unfall. Die Quittung für Vietoris: Er musste für seine klare Aussage eine Geldstrafe bezahlen. Die gleiche Summe wollte der 27-Jährige zudem an "Herz für Kinder" spenden.

Seine drastische Reaktion war aus zweierlei Gründen verständlich. Zum einen hatte ihn Ekström von der Strecke geräumt, als er in Führung lag, und ihn so um die Siegchance gebracht. Zum anderen polarisiert der Schwede wie kaum ein anderer im DTM-Lager. Besonders wenn seine Sprüche nicht mit den sportlichen Leistungen zusammenpassen - nach seinem selbst verschuldeten Ausfall am Samstag war das Rennen am Sonntag schon in der ersten Runde vorbei. "Das war ein Wochenende zum Vergessen", sagte Ekström nach dem Aus mit kaputtem Kühler. Der 37-Jährige zählt zu den besten Tourenwagenfahrern der Welt. Daran zweifeln auch seine Kritiker nicht. Doch in der ersten Hälfte des Deutschen Tourenwagen Masters ist er nicht nur der Konkurrenz als mitunter beleidigender Ankläger aufgefallen. Und ausgerechnet das angriffslustige Urgestein der DTM hatte nun mit seinem missglückten Überholversuch das Rennen der beiden führenden Marken-Kollegen Vietoris und Robert Wickens zerstört und damit bei Mercedes für Frust gesorgt.

Wickens musste seine Fahrt wie Ekström beenden und verlor die Gesamtführung. Der an der Aktion unbeteiligte Vietoris fiel auf Platz zehn zurück, nachdem ihm Ekström ins Heck gekracht war. Audi dagegen konnte durch Edoardo Mortara die Serie von 14 Jahren ohne Sieg auf dem Stadtkurs beenden und Rang eins der Fahrerwertung erobern. Den holte sich beim nächsten Audi-Sieg durch Nico Müller aber schon am Sonntag BMW-Mann Marco Wittmann.

Da hatte Vietoris das "Sorry" von Ekström noch immer nicht angenommen. "Es tut mir wirklich leid für ihn", versicherte der Schwede. "Der von hinten hat die Verantwortung, das nehme ich schon auf meine Kappe, dass ich ihn getroffen habe. Gar keine Frage." Auch die Sportkommissare gaben Ekström die Schuld und bestraften ihn für das Rennen am Sonntag mit einer Rückversetzung um drei Startplätze. Der DTM-Chef von Mercedes hatte keinerlei Verständnis für Ekströms Aktion aus der 20. Runde. "Insbesondere, wenn es ein erfahrener Fahrer ist, der sich zuvor zum Moralapostel aufgeschwungen hat und der Meinung war, er könnte über andere Leute im Fahrerfeld urteilen", sagte Ulrich Fritz.

Das ist das allergrößte Arschloch, unglaublich. Erst macht er auf Sonnyboy im Fahrerlager, dann räumt er alle ab.Christian Vietoris über Mattias Ekström
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