Ehrenamtspreis des Bayerischen Fußballverbandes für Georg Maulbeck
Drei aus der Oberpfalz bekommen ihn

Georg Maulbeck, Vorsitzender des FV Vilseck. Bild: hfz
Amberg. (ref) Der Bayerische Fußballverband weiß, was er an seinen unermüdlichen und unentgeltlich tätigen Helfern in jedem Verein hat. Ohne sie würde kein Ball rollen und könnte auch kein Talent entdeckt und gefördert werden. Deshalb wird jährlich einmal "Danke" gesagt. Bereits zum 19. Mal würdigt der BFV am Samstag, 8. November, ab 10.30 Uhr im Münchner GOP Varieté-Theater das ehrenamtliche Engagement in seinen 4682 Fußballvereinen.

Aus den 288 Vorschlägen hat eine Jury wieder die 24 Kreissieger ausgewählt, die ausgezeichnet werden und an einem vom BFV und DFB organisierten "Dankeschön-Wochenende" im Frühjahr teilnehmen dürfen. Zusätzlich wurden die drei Gewinner ermittelt, die für ihre Vereine Geldprämien im Gesamtwert von 5000 Euro erhalten (2500 Euro; 1500 Euro und 1000 Euro). Auch nimmt der DFB 15 der 24 Kreissieger in seinen "Club 100" auf, die sich auf die Einladung zu einem Länderspiel als besondere Auszeichnung freuen dürfen.

Die Preise werden übergeben von BFV-Präsident Dr. Rainer Koch, Erwin Horak, dem Präsidenten der staatlichen Lotterieverwaltung Bayerns und Ehrengast Jimmi Hartwig. Der ehemalige Profi des Hamburger SV und zweifache Nationalspieler ist Nachfolger von Steffi Jones (2010), Paul Breitner (2011), Dettmar Cramer (2012) und Reiner Calmund (2013).

Aus dem Bezirk Oberpfalz ist aus dem Kreis Amberg/Weiden Georg Maulbeck (Vorsitzender FV Vilseck) der auserwählte Preisträger, Christian Bauer (TSV Pemfling, Jugendtrainer) aus dem Kreis Schwandorf/Cham und Reimund Waha (FC Jura 05, Jugendleiter) aus dem Kreis Regensburg. Wir sprachen mit Georg Maulbeck über ihn und den Preis.

Herr Maulbeck, seit 36 Jahren sind Sie in irgendeiner Art Funktionär beim FV Vilseck. Da gibt's bestimmt Höhen und Tiefen. Fangen wir mit den Höhen an ...

Georg Maulbeck: Die schönste Zeit ist noch gar nicht so lange her. Damit meine ich den Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga. Das war eine Riesengeschichte für den Verein. Und natürlich der Aufstieg 2011 in die Bezirksoberliga, als wir mit dem FC Amberg und der SpVgg Weiden in einer Liga gespielt haben.

... und die Tiefen?

Georg Maulbeck: Die negative Zeit war eigentlich die längere. Als wir 1993 aus der Bezirksliga abgestiegen sind, gab's zwei Parteien im Verein und viel Streit. Die Mannschaft ist regelrecht auseinandergebrochen. Damals hatten wir auch Schulden durch den Sportheimbau, die aber mittlerweile getilgt sind. Da konnten wir nicht so, wie wie gerne gewollt hätten. Wir sind damals eine gefühlte Ewigkeit in der Kreisliga herumgekrebst. Erst ab 2000 ist es besser geworden.

Ihre erste Mannschaft spielt Landesliga. Was macht Ihnen - mit Ausnahme des Tabellenplatzes - noch Freude bei Ihren Fußballern?

Georg Maulbeck: Wir haben in der JFG Obere Vils, also mit Schlicht und Sorghof zusammen, alle Altersklassen besetzt. Eine A- und B-Juniorenmannschaft, zwei C- und drei D-Juniorenmannschaften. Auf die D-Junioren bin ich besonders stolz. Sie sind Tabellenführer in der Bezirksoberliga, das ist eine Mannschaft mit einer Qualität, so etwas hatten wir schon lange nicht mehr.

Sie selbst haben auch Fußball gespielt?

Georg Maulbeck: Ja, aber nicht lange. Ich bin relativ bald zur Polizei nach Nürnberg gekommen, da habe ich meine Karriere beendet. Ich habe dann in Vilseck in der zweiten Mannschaft gespielt und nebenbei die Schüler trainiert.

Fußball, so scheint es, ist die Nummer eins in Ihrem Leben. Was sagt denn Ihre Frau dazu?

Georg Maulbeck (lacht): Sie hat am Anfang überhaupt kein Verständnis gehabt. Aber ihr ist dann gar nichts anderes übrig geblieben. Als dann unser Sohn Klaus mit Fußball angefangen hat, da musste sie mit durch.

Ihre beiden Töchter sind ja auch mit Fußball verheiratet ...

Georg Maulbeck: Ja, meine beiden Schwiegersöhne, Sven Germershausen und Christian Haller, sind beide Fußballer. Meine beiden Töchter haben das Leben auf dem Fußballplatz schon bald kennengelernt. Da bleibt das nicht aus.

Gibt's schon Enkel?

Georg Maulbeck: Ja, eine Enkeltochter, die wird bald ein Jahr alt. Und einen Enkelsohn. Jonas spielt schon bei den G-Junioren.

Wie viel Zeit wenden Sie denn in der Woche für Fußball auf?

Georg Maulbeck: Das kann ich so gar nicht sagen. Ich bin fast jeden Tag auf dem Sportplatz, um irgendetwas zu erledigen. Da gehen schon einige Stunden jeden Tag drauf.

Haben Sie denn noch andere Hobbys?

Georg Maulbeck: Da bleibt nicht viel übrig. Ein bisschen Radfahren und Wandern.

Welchen Stellenwert hat der Ehrenamtspreis für Sie?

Georg Maulbeck: Einen sehr hohen. Ich bin kein Mensch, der für seine Arbeit gelobt werden will. Ich mache das aus Idealismus. Deswegen finde ich es sehr schön, dass andere sich darüber Gedanken gemacht haben.
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