Ein Endspiel im Viertelfinale

Anja Mittag (links) und Annike Krahn freuen sich über das klare 4:1 im Achtelfinale gegen Schweden. In der Runde der letzten Acht wartetet auf die DFB-Frauen mit dem Weltranglistendritten Frankreich der bislang härteste Gegner im Turnierverlauf. Bild: dpa

Nun also Frankreich im Viertelfinale! Die Französinnen sind nach holprigem WM-Beginn immer besser in Schwung gekommen. Beim 5:0 gegen Mexiko und beim 3:0 im Achtelfinale gegen Südkorea zeigten sie ihre Klasse. Auf das DFB-Team wartet die bislang schwerste Aufgabe.

Dem "Schlüsselspiel" gegen Schweden folgt die Herkulesaufgabe gegen Frankreich. Nicht nur für Doris Fitschen ist das WM-Viertelfinale der deutschen Fußballerinnen am kommenden Freitag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport) fast schon wie ein vorweggenommenes Endspiel. "Frankreich ist für mich ganz klar eine der allerbesten Mannschaften der Welt. Es ist schade, wir hätten gerne gegen Frankreich vielleicht im Finale gespielt", sagte die Managerin der Frauen-Nationalelf im Interview mit DFB-TV am Montag.

Technisch brillant

Deutschland ist Weltranglisten-Erster, das Team von Philippe Bergeroo Dritter - im Kampf um den Einzug ins Halbfinale geht es für beide Teams ans Eingemachte. Bundestrainerin Silvia Neid erwartet "ein Spiel zweier Gegner, die sich nichts schenken werden". Frankreich sei eine "technisch brillante Mannschaft, die auf allen Positionen hervorragend besetzt ist", betonte die 51 Jahre alte Fußball-Lehrerin.

Gemeinsam mit Fitschen und ihrer Co-Trainerin Ulrike Ballweg hatte Neid nach dem Umzug der DFB-Elf von Ottawa nach Montreal am Sonntagabend das Achtelfinale der Französinnen gegen Südkorea im Olympiastadion von 1976 verfolgt. Dass Frankreich souverän mit 3:0 durch zwei Tore von Marie-Laure Delie (4. Minute/48.) und Elodie Thomis (8.) gewann, war für niemanden eine Überraschung. "Sie sind früh 2:0 in Führung gegangen und waren dominant gegen Südkorea. Damit hatten wir gerechnet", sagte Fitschen.

Frankreich-Erfahrung

Der deutschen Mannschaft könnte zugutekommen, dass sie einige Spielerinnen mit großer Frankreich-Erfahrung in ihren Reihen hat. Innenverteidigerin Annike Krahn spielte drei Jahre für den Champions-League-Finalisten Paris Saint-Germain. Im Sommer kehrt die Bochumerin zwar in die Bundesliga zurück und verstärkt das junge Team von Bayer Leverkusen, aber sie kennt die französischen Spielerinnen natürlich. Auch ihre Teamkollegin Josephine Hennig, die in Kanada bislang nur im dritten Gruppenspiel gegen Thailand eine halbe Stunde lang zum Einsatz kam, steht bei Frankreichs Vize-Meister Paris unter Vertrag. Der stellt neben den Spielerinnen von Olympique Lyon den größten Teil der "Equipe tricolore".

Die deutsche Stürmerin Anja Mittag hat ihr Frankreich-Intermezzo hingegen noch vor sich. Vom Sommer an geht sie in den nächsten zwei Jahren ebenfalls für Paris auf Torejagd.
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