Ein Jahr davor noch viele Baustellen in Brasilien
Rios schwierige Olympia-Premiere

Da ist er wieder, der "weiße Elefant". Bilder werden gezeigt. Vom Tennisstadion in Atlanta, vom Schwimmstadion in Athen und der Kanustrecke in Peking. Sportstätten, die nach Olympia vor sich hingammeln. Bei Olympia 2016 soll es auch nicht wie bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien teure, sinnlose Bauten geben. "Wir wollen Spiele ohne weiße Elefanten. Verbesserungen für die Bürger", sagt Pedro Paulo, Chefberater von Rio Bürgermeister Eduardo Paes.

Paulo steht auf der Baustelle von Carioca 1, es ist staubig, blaue und grüne Sitze sind zwar bereits in der Arena für 16 000 Menschen auf Stahlkonstruktionen eingebaut, aber noch in Folien verpackt. Hier sollen in einem Jahr die Basketball-Wettbewerbe stattfinden. Direkt daneben gibt es die baugleichen Hallen Carioca 2 und 3, unter anderem für Ringen und Fechten. Um die wegen der hohen Kosten mäßig begeisterten Bürger "mitzunehmen", stellt Paulo bereits das Konzept vor, was nach Olympischen- und Paralympischen Spielen mit den Arenen passieren soll. Trainingszentren, Konzerte - und: Carioca 3 wird umgebaut zu einer Schule mit 24 Klassen für rund 1000 Schüler.

Das Schwimmstadion liegt imposant am Wasser, die Tennisarena vor einer Rio-typischen Hügelkulisse. Hier dürfte alles fertig werden. Aber die Kehrseite: Das hier ist eigentlich gar nicht mehr Rio, der Olympiapark Barra de Tijuca liegt 40 Kilometer von der Copacabana entfernt. Am 5. August 2016 soll das Olympische Feuer in Rio entzündet werden. Touristen müssen sich auf eher lange Wege einstellen. Es gibt gleich vier Olympia-Zentren. Die meisten Wettbewerbe - darunter Schwimmen, Radfahren, Fechten, Handball, Basketball, Turnen und Tennis - finden draußen in Barra statt.

Es wird aus Kostengründen kein neues Olympiastadion geben, ein bestehendes Leichtathletikstadion von den Panamerikanischen Spielen 2007 wird auf 60 000 Zuschauer erweitert, Eröffnung- und Schlussfeier finden im größeren Maracanã statt - das hat aber keine Laufbahn. Eigentlich kann ja nur einer das Olympische Feuer entzünden: Pelé. Beide Stadien liegen im Nordosten der 6,5-Millionen-Einwohner-Stadt.
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