Ein Leben für das Schach: Georg Böller

Georg Böller. Archivbild: Hartl

Hirschau. (däu) Eine schachliche Institution ist am Donnerstag nach kurzer schwerer Krankheit verstorben: Georg Böller. Vielen Schachfreunden ist er als langjähriger Leiter der Schachecke unserer Zeitung in Erinnerung. Über 50 Jahre lang hat er ihren guten Ruf begründet.

Die Leitung der Schachecke war für ihn nur ein Ausdruck dafür, seine Schachleidenschaft nicht zum Eigennutz auszuleben, sondern sie in den Dienst einer guten Sache zu stellen. Das Schachspiel zu fördern und populär zu machen, war seine Devise. So kommt es nicht von ungefähr, dass Georg Böller über 35 Jahre als Referent für Problemschach dem erweiterten Präsidium des Bayerischen Schachbundes angehörte. Auf dieser Ebene hat Böller auch bei der Ausbildung der bayerischen Schach-Übungsleiter mitgewirkt und war hier für Problemschach, Schachgeschichte und praktische Turmendspiele zuständig. Böller war also weit über die Grenzen seiner Heimat bekannt. Auch auf dem Gebiet der Jugendförderung war er selbstlos tätig. Jahrelang hat er sich in seinem Stammverein Hirschau der Ausbildung und Förderung der Schüler und Jugendlichen angenommen.

Ausgezeichneter Schach-Profi

Inspiration erhielt er von seiner umfangreichen Schachbibliothek, die so manche Kostbarkeit aufweist und ihresgleichen sucht. Georg Böller war jedoch nicht nur ein Freund des Problemschachs. Schachproblem - wenngleich er selbst keine Schachaufgaben komponiert hat - und Schachpartie waren für ihn gleichermaßen bedeutsam. Und als Partiespieler war er am Brett eine Macht. Einige seiner Erfolge: mehrmals Stadtmeister von Hirschau und Amberg, Oberpfalzmeister 1958/59 und vierfacher Oberpfälzer Dähnepokalsieger. Viele Jahre saß er am Spitzenbrett des Schachclubs Hirschau und gewann mit ihm dreimal die Oberpfalzmeisterschaft. Noch als Senior war ihm eine hohe Spielstärke eigen. So gelang ihm als Mitglied der bayerischen Mannschaft dreimal der Gewinn der Deutschen Seniorenmannschaftsmeisterschaft. Seit 2008 saß er für den Schachclub Haselmühl am Brett - letztmals am 7. Dezember. Hier war Georg Böller auch wegen seiner Ruhe ausstrahlenden Mitmenschlichkeit geschätzt. Auf ihn war absolut Verlass. Wann immer nötig, stellte er sich in den Dienst der Mannschaft.
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