Ein Österreicher trübt die Bayern-Freude

Eine durchschnittliche Leistung reichte der SpVgg SV Weiden (links Friedrich Lieder) in der Vorrunde, um den SV Memmelsdorf mit 2:0 besiegen. Ein Dreier ist auch diesmal Pflicht, wenn die Reise zum noch sieglosen Tabellenletzten geht. Bild: G. Büttner

Die Bayern marschieren in Rekord-Geschwindigkeit ins Achtelfinale der Champions-League. Doch der Ausfall des starken David Alaba schmerzt die Münchner - nicht nur die.

München. Für so einen ist das Beste gerade gut genug: Autor Timo Huebner verteilte am späten Mittwochabend in der Münchner Arena eine Sonderausgabe des "Sport-Magazins" aus Wien. Den Titel in Gold gehalten. Einziges Thema der Sonderausgabe: David Alaba. Von den ersten Schritten ohne Ball bis zum Star - eine Biografie. So adeln seine österreichischen Landsleute den Bayern-Profi schon mit 22 Jahren.

Huebners Stimmung war aber getrübt: "Hoffentlich ist es nichts Schlimmes. Wir haben doch nächste Woche unser wichtiges Quali-Spiel gegen Russland." Österreich ist auf dem besten Weg zur EM nach Frankreich, jetzt zittert die Alpenrepublik.

David Alaba, Kapitän der Österreicher, hat sich kurz vor Schluss im Champions-League-Spiel gegen den AS Rom (2:0) verletzt. Am Donnerstag sorgte der medizinische Befund für Ernüchterung: Teilriss des Innenbandes im rechten Knie, zudem ist der Innenmeniskus kaputt. Alaba wird operiert, das Fußballjahr 2014 ist für den Linksfuß beendet. Das sei fürchterlich, hatte Trainer Pep Guardiola schon am Mittwoch gesagt. "Er ist ein Supertyp. Er kann alle Positionen spielen. Er bringt immer 100 Prozent." Gegen AS Rom waren es wohl sogar noch ein paar Prozent mehr. Alaba war bester Mann auf dem Platz, mit seiner Dynamik war er überall auf dem Feld zu finden. Längst ist er nicht mehr der Lakai von Franck Ribéry, dem er lange als linker Außenverteidiger assistierte. Alaba reißt das Spiel an sich, gegen Rom bereitete er Ribérys Führungstor ganz stark vor. "Das ist ein Problem für uns", klagte auch der Franzose, als er von der Verletzung erfuhr. Alaba, Sohn einer Philippinin und eines Ghanaers und in Wien geboren und aufgewachsen, ist der Allrounder im Team der Münchner. "Unsere Flexibilität, unsere Spielweise, der Grund dafür ist David", sagte Guardiola am Mittwoch. "Ohne ihn wird's jetzt ein bisschen schwerer."

"Das ist im Moment ganz bitter für mich", wird Alaba am Donnerstag auf der Homepage der Münchner zitiert. "Sowohl für die Mannschaft als auch für mich ist es zuletzt gut gelaufen." Langsam gehen Guardiola die defensiv denkenden Mittelfeldleute aus: Schweinsteiger, Martínez, Thiago - alles Hochkaräter, die fehlen. "Wir müssen uns einfach der Situation anpassen", hatte sich Guardiola am Donnerstag schon wieder etwas gefangen. Die Bayern können das Alaba-Aus wohl einigermaßen verschmerzen, Huebner und die Österreicher nicht.
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