Ein Titel für die Kurpfalz

Marcus Kink von den Adler Mannheim zeigte am Donnerstag den Fans den Meisterpokal. Der neue DEL-Champion hielt vor dem Mannheimer Rathaus eine große Fete ab. Bild: dpa

Überglücklich und vor allem erleichtert zelebrieren die Cracks der Adler Mannheim ihre ausgedehnte Meisterparty. Ein acht Jahre langes Warten hat in der eishockeyverrückten Kurpfalz ein Ende.

Berauscht von der siebten Eishockey-Meisterschaft stimmte Mannheims Christoph Ullmann auf dem Rathaus-Balkon seine eigene Version von Helene Fischers "Atemlos" an. Die Stimmungskanone des Champions animierte die mehr als 1000 Adler-Anhänger zum Mitsingen und präsentierte nach acht Jahren Durststrecke ausgelassen den ersehnten Silberpokal.

"Mir kann es gar nicht bessergehen. Die Stimme ist etwas heiser, sonst geht es mir super", sagte ein glücklicher Adler-Kapitän Marcus Kink bei strahlendem Sonnenschein. Noch vor dem Auto-Korso lobte Oberbürgermeister Peter Kurz die Truppe überschwänglich: "Ihr habt eine tolle Saison mit dem Titel gekrönt." Schon in der zigarrenrauchgeschwängerten Kabine flossen in der Nacht zum Donnerstag literweise Bier und Schampus, zu dumpfen Bässen läuteten die Adler Mannheim um NHL-Rückkehrer Jochen Hecht dann ihre langersehnte Party ein. "Das bisschen Kraft, das wir noch im Tank haben, werden wir raushauen!", versprach Ullmann noch am Abend des erlösenden 3:1-Finalsieges beim entthronten ERC Ingolstadt.

Mannheim ist auch dank der Leistungen des zum wertvollsten Spieler der Finalserie gekürten Hecht wieder die Eishockey-Hauptstadt Deutschlands. Nach einer starken Hauptrunde und kaum glaublichen Comebacks in den Playoffs völlig verdient. Erfolgscoach Geoff Ward verglich den Sieg sogar mit dem Gewinn des Stanley Cups in der NHL als Co-Trainer 2011 in Boston. "Es fühlt sich ähnlich an", sagte er am Mittwochabend.

Ein leicht blutender Cut an der rechten Wange störte den Trainer nicht - beim Jubel über das erlösende dritte Tor durch Jonathan Rheault Sekunden vor der Schlusssirene hatte Ullmann seinem Trainer den Schläger aus Versehen ins Gesicht gehauen. Doch an Schmerzen hatten sich die Adler in den vergangenen Jahren voller Enttäuschungen mit dem Fast-Titel 2012 und dem erschreckend frühen Playoff-Aus im Viertelfinale 2013 gewöhnt." Wie kaum ein anderer weiß Ullmann, was dieser Titel für das eishockeyverrückte Mannheim bedeutet: "Die ganze Region hat gelechzt danach."

Die Ingolstädter zeigten sich als faire Verlierer - und müssen den Abschied von Coach Larry Huras nach nur einer Saison zu Modo Hockey aus dem schwedischen Örnsköldsvik verkraften. "Es ist ein blödes Gefühl, die Mannheimer in der eigenen Halle feiern zu sehen", sagte Kapitän Patrick Köppchen. Torhüter Timo Pielmeier räumte ein: "Mannheim hat verdient gewonnen."
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