Ein Trainer von altem Schrot und Korn
"Schlappi" wird 75

Der ehemalige Fußballtrainer Klaus Schlappner feiert am 22. Mai seinen 75. Geburtstag. Bild: dpa
Wenn an diesem Wochenende in der Fußball-Bundesliga die letzten Entscheidungen fallen, hat Klaus Schlappner sein großes Spiel schon hinter sich. "Am Freitag um elf werd der Ü75-Cup ogepiffe, es kann Verlängerung gewwe und vielleicht aach Elfmeterschieße", sagt das Kurpfälzer Original in breitester Mundart und bester Laune. Wenn angestoßen wird in der südhessischen Heimat des Fußballlehrers, stehen aber nicht 22 Spieler bereit, sondern Gäste in mehrfacher Mannschaftsstärke. An diesem Freitag feiert "Schlappi" seinen 75. Geburtstag.

Für den Trainer, Elektromeister und Entertainer ein willkommener Anlass, mit langjährigen Weggefährten über die aktuellen Entwicklungen im Fußball zu fachsimpeln und auch die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Seit seiner Ära als chinesischer Nationaltrainer von 1992 bis 1995 engagiert sich Schlappner für die nachhaltige Entwicklung des Fußballs im Reich der Mitte. Immer noch reist er mehrmals im Jahr zu Vorträgen und Beratungen nach China. Jetzt freut sich das Geburtstagskind auf Gäste aus Fernost und ein Wiedersehen mit ehemaligen Spielern.

"Freundlich und harmonisch" sei das Verhältnis zu vielen Ex-Profis immer noch, obwohl der Mann mit dem Pepitahut und dem losen Mundwerk sein Team nach einem schlechten Spiel auch schon mal als "FC Hühnerhaufen" bezeichnete.

Die sieben Jahre beim SV Waldhof Mannheim von 1980 bis 1987 waren die erfolgreichste Zeit in Schlappners Trainerkarriere. Er formte Talente wie Jürgen Kohler, Maurizio Gaudino oder Fritz Walter. 1983 stieg der Fußballlehrer aus Leidenschaft mit den "Waldhof-Buwe" in die Bundesliga auf. Vor und nach seiner Station in Mannheim war Schlappner unter anderem beim SV Darmstadt 98 tätig.

Die aktuelle Entwicklung des Zweitliga-Zweiten und Erstliga-Anwärters, der den Aufstieg "verdient" habe, erinnere ihn an den SV Waldhof unter seiner Ägide, sagt Schlappner. "Von den Typen her gibt's Ähnlichkeiten", meint der Jubilar. Die Arbeit des Darmstädter Trainers lobt er: "Dirk Schuster macht einen guten Job."

Den "Lilien"-Coach zählt der Hobbyjäger und Coach von altem Schrot und Korn zu jener Kollegen-Kategorie, die er als "Arbeitstrainer" bezeichnet. Er habe Respekt vor Männern wie Christian Streich vom SC Freiburg oder Thomas Schaaf von Eintracht Frankfurt: "Die sind nicht weinerlich, sondern sie schaffen. Die sind mir näher."

Viel näher als die zweite Kategorie, die Schlappner "Transfertrainer" nennt und mit Namen wie Lucien Favre von Borussia Mönchengladbach oder Dieter Hecking vom VfL Wolfsburg verbindet. "Aber ich kann damit leben, wenn einer von ihnen zum Trainer des Jahres gewählt wird", sagt Schlappner.
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