Ein Viertelfinale auf Augenhöhe

Das wird knifflig: Viertelfinal-Gegner Frankreich gilt als bislang dickster WM-Brocken für die DFB-Frauen. Diese äußern sich respektvoll und selbstbewusst zugleich. Die Tipps von Frankreich-Expertin Krahn sind gefragt. Peter ersetzt gesperrte Bartusiak.

Für "Les Bleues" steht die Ampel auf Rot - die deutschen Fußballerinnen wollen ihren WM-Titeltraum keinesfalls schon im Viertelfinale begraben. "Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Aber das wird noch ein Stück schwerer als gegen Schweden", betont die deutsche Abwehrchefin und Frankreich-Expertin Annike Krahn. Dem Fachurteil der 29-Jährigen kann man vertrauen, denn drei Jahre lang spielte sie für Paris Saint-Germain. Nach der WM kehrt die Bochumerin in die Heimat zurück und spielt dann für Bayer Leverkusen.

Erst vor zwei Tagen habe sie kurz Kontakt zu einigen französischen Spielerinnen gehabt, deren Stärken und Schwächen sie natürlich aus dem Effeff kennt. Viele aus dem Kader von Trainer Philippe Bergeroo spielten mit Krahn in Paris. Der Rest der Stammelf des Weltranglisten-Dritten besteht aus Spielerinnen von Olympique Lyon.

"Mit Marie-Laure Delie habe ich die letzten zwei Jahre zusammengespielt", erläutert Krahn, und warnt: "Sie ist sehr torgefährlich, geht gern in die Tiefe, legt aber auch mal einen Ball ab." Klar, dass die Innenverteidigerin im Vorfeld des Top-Duells nicht nur für Bundestrainerin Silvia Neid ein willkommener Gesprächspartner ist, sondern auch Anlaufstelle für die ein- oder andere Mitspielerin: "Sie kommen und fragen schon mal, welche Besonderheiten die Französinnen haben."

Neid hat mit ihrem Trainerteam den kommenden Gegner längst genau unter die Lupe genommen. Geheimnisse gibt es auf beiden Seiten ohnehin nicht. So steht Neids Matchplan: "Wir müssen von Anfang an Präsenz zeigen und mit Leidenschaft auftreten.", sagt die Trainerin, die ihr Team bestens präpariert sieht. Dass unter dem geschlossenen Hallendach gespielt wird, sei ungewohnt und "schon sehr speziell."

Die deutschen Spielerinnen wissen genau, worauf es am Freitag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport) mit dem Anpfiff ankommen wird: Dominant auftreten, aggressiv in die Zweikämpfe gehen, eigene Qualitäten durchsetzen. Relativ sicher ist, dass es kein hohes Resultat geben wird. Das berühmte "Duell auf Augenhöhe" also.
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