Einspruch von Sonderermittler Garcia gegen den WM-Bericht abgelehnt
Nächstes Kapitel der Fifa-Farce

Mit zwei umstrittenen Urteilen im Korruptionsskandal zu den WM-Vergaben an Russland und Katar hat die Fifa ihre Glaubwürdigkeitskrise eklatant verschärft. Die Berufungskommission des Fußball-Weltverbandes unter dem Vorsitzenden Larry Mussenden von den Bermudas wies am Dienstag den Einspruch von Sonderermittler Michael Garcia gegen den Bericht des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert zur Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zurück. Die Berufung sei aus formalen Gründen "unzulässig", teilte die Fifa mit.

Eckert hatte Mitte November in seinem 42-seitigen Bericht zu den Korruptionsvorwürfen bei der Vergabe der Turniere für 2018 an Russland und 2022 an Katar keine gravierenden Verstöße festgestellt.

Dafür erntete der Münchner Jurist nicht nur weltweite Kritik und Unverständnis, sondern veranlasste auch den ehemaligen FBI-Mann Garcia zu einem Einspruch noch am selben Tag gegen dieses Urteil. Der Amerikaner hatte zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen moniert. Eckert hatte daraufhin überraschend erklärt: "Wir haben momentan in der Untersuchung einen Zwischenstand." Sein Papier sei eine Grundlage, auf der Garcia weiter untersuchen könne. Dies klang verwirrend, hatte die Fifa das Eckert-Papier doch zwei Tage vorher noch quasi als Abschlussbericht deklariert.

Genau darauf stützte die Berufungskommission nun ihre Entscheidung. Es handle sich bei dem sogenannten Eckert-Bericht nicht um einen "Schlussbericht" nach den Statuten des Fifa-Ethikreglements.
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