Eishockey
EHC München greift nach Meisterkrone

Münchens Frank Mauer (rechts) freut sich über seinen Siegtreffer zum 5:4 Endstand gegen Köln. Damit hat der EHC den Einzug ins Finale geschafft. Dort warten ab Freitag die Grizzlys Wolfsburg. Bild: dpa

München/Nürnberg. Das Münchner Eishockey-Projekt steht vor der lange angestrebten Krönung. Sechs Jahre nach dem Aufstieg steht der EHC erstmals im DEL-Finale, der Meistertitel ist zum Greifen nah für die mit reichlich Red-Bull-Geldern gesponserten Bayern. "Es ist ein super Gefühl. Wir sind im Finale. Unser Weg ist hoffentlich noch nicht zu Ende", verkündete Michael Wolf, der nach 592 DEL-Spielen mit 532 Scorerpunkten erstmals überhaupt im Endspiel steht.

Gegner sind ab Freitag in der Serie "Best of Seven" die Grizzlys Wolfsburg, die am Sonntag dank eines 2:1 (0:0, 0:2, 1:0)-Erfolges bei den Nürnberg Ice Tigers mit 4:2 Siegen zum zweiten Mal nach 2011 das Finale erreichten. Fest steht, dass es in der DEL-Saison 2015/16 einen Premierenmeister geben wird. Im Finale können die Münchner Revanche für das vorjährige Ausscheiden im Playoff-Viertelfinale nehmen, als sie den Wolfsburgern mit 0:4 unterlegen waren. "Wir sind jetzt einfach nur froh", sagte der 35-jährige EHC-Kapitän Wolf nach dem entscheidenden vierten Sieg im fünften Halbfinalspiel der Münchner gegen die Kölner Haie. Der Krimi am Freitagabend bot einen Vorgeschmack auf das, was die Bullen und ihre Fans in der Finalserie gegen die Grizzlys Wolfsburg erwarten dürfte: Große Emotionen, große Kämpfe, große Spannung.

Beim dramatischen 5:4 gegen glücklose Kölner war es Nationalstürmer Frank Mauer, der das Münchner Eisstadion erbeben ließ. Sein goldener Schuss zum umjubelten Siegtor 23 Sekunden vor der Schlusssirene versetzte Spieler und Zuschauer in einen irren Freudentaumel. Es war der emotionale Höhepunkt "in einem verrückten Spiel mit einem unglaublichen Ende", wie EHC-Coach Don Jackson resümierte. "Ich bin nur happy", äußerte Mauer, der gefeierte Matchwinner. "Es war ein super Teamding, was wir durchgezogen haben."

Nur elf Sekunden nach dem Kölner 4:4 durch Dragan Umicevic hatten die Münchner entscheidend zurückgeschlagen. Die über 6000 Zuschauer flippten aus. "Alle Spieler haben ihren Teil zum Einzug ins Finale beigetragen", formulierte Jackson mit ruhiger Stimme. Der bald Sechzigjährige kann schon im zweiten Jahr seinen Job in München mit dem Meistertitel erfüllen.

Jackson weiß, wie deutscher Meister geht: Für den US-Amerikaner ist es in seiner zehnten DEL-Saison die siebte Finalteilnahme. 2006 scheiterte er noch mit Düsseldorf an den Eisbären Berlin, mit denen er später gleich fünf Meistertitel sammelte.

In Nürnberg hatte Wolfsburg nach zwei Siegen in den vergangenen beiden Playoff-Duellen nur im ersten Drittel dominiert. Danach waren die Gizzlys besser eingestellt und gelangten durch das dritte Playoff-Tor von Sebastian Furchner (27. Minute) auf die Siegerstraße. James Sharrow gelang neun Minuten später in 3:5-Unterzahl das 2:0 für die Gäste, Daniel Heatley schaffte gelang nur noch den Anschlusstreffer (53.).
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