Eishockey
Erstmals seit 46 Jahren

Anaheim. Die Eishockey-Playoffs in der nordamerikanischen Profiliga NHL finden in dieser Saison erstmals seit 46 Jahren ohne kanadische Teams statt. Mit den Ottawa Senators schied am Mittwoch der letzte mögliche Kandidat aus dem Mutterland des Eishockeys aus dem Playoff-Rennen aus. "Das ist inakzeptabel", sagte der kanadische Ex-Profi Ray Whitney. "Du hast eine Nation, die für Eishockey blutet und schaffst es nicht, nur eines von sieben Teams in die Playoffs zu bringen."

Während die Nationalmannschaft als aktueller Weltmeister und Olympiasieger dominiert, spielen die Clubs in der NHL nur noch eine untergeordnete Rolle. Zuletzt holten die Montreal Canadiens 1993 den Titel. Playoffs ohne Kanada gab es zuletzt in der Saison 1969/70, als die NHL aus zwölf Teams bestand und die Canadiens und die Toronto Maple Leafs vorzeitig ausschieden.

Die größte Enttäuschung in dieser Spielzeit sind nach Meinung von Whitney, der zwischen 1991 und 2014 bei insgesamt 1330 NHL-Spielen auf dem Eis stand und 2006 mit den Carolina Hurricanes den Stanley-Cup gewann, die Canadiens. Nach 13 Siegen aus den ersten 16 Partien brach der Rekord-Champion aufgrund einer Verletzung von Star-Torhüter Carey Price auseinander. "Sie haben dann gemerkt, dass sie nicht so gut sind, wie sie dachten", erklärte der frühere Flügelstürmer.

Neben Ottawa und Montreal verpassten auch die Edmonton Oilers mit Nationalspieler Leon Draisaitl, die Calgary Flames, die Winnipeg Jets, die Vancouver Canucks und die Toronto Maple Leafs den Sprung unter die besten 16 Teams. Im vergangenen Jahr schafften noch fünf der sieben Mannschaften die Qualifikation.

In den Playoffs dabei sind dagegen Korbinian Holzer und die Anaheim Ducks. Nach dem überlegenen 8:3-Sieg über die Calgary Flames an Mittwoch haben die Kalifornier Platz eins in der Pacific Division erobert. Erfolgreichster Schütze war Jakob Silfverberg, der zweimal traf. Verteidiger Holzer stand nach seiner krankheitsbedingten Auszeit fast 18 Minuten auf dem Eis.

Ohne den deutschen Torwart Philipp Grubauer kassierten die Washington Capitals eine 1:2-Niederlage nach Penaltyschießen bei den Philadelphias Flyers. Das Team aus der US-Hauptstadt hatte sich aber schon zuvor die Presidents' Trophy als bestes Team der NHL-Vorrunde gesichert.
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