Eishockey
Im Eischritt an die Spitze

Der EHC München (links Michael Wolf) dominiert das Playoff-Finale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft. Die Münchener führen in der Best-of-seven-Serie mit 3:0 und können heute den Titel gewinnen. Bild: dpa

Den Münchnern kann es nicht schnell genug gehen: Nur vier Jahre nach dem Beinahe-Aus in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) steht der EHC kurz vor dem ersehnten Meister-Happy-End.

München/Wolfsburg. Im Finale gegen die Grizzlys Wolfsburg will der EHC keine Zeit verlieren. "Wir müssen den Sack so schnell wie möglich zumachen", forderte Stürmer Uli Maurer vor dem vierten Spiel der Best-of-Seven-Serie am Freitag in Wolfsburg. Nach drei Siegen in drei Spielen kann sich München dort den begehrten Silberpokal sichern. Es wäre die Krönung eines mit viel Geld realisierten Blitz-Aufstiegs.

Noch im Mai 2012 schien alles vorbei, Ex-Vereinschef Jürgen Bochanski erklärte die Sportart in München für "endgültig tot". Ohne Geld, Unterstützung und Perspektive hatten die Verantwortlichen aufgegeben: Der Verkauf der Lizenz nach Schwenningen war verhandelt. Im letzten Moment stieg Red Bull als Sponsor ein und übernahm den Verein ein Jahr später komplett. Inzwischen ist der EHC der Etat-Krösus der DEL.

Dass sich die Münchner im Gegensatz zu Gegner Wolfsburg ein auf allen Positionen überdurchschnittliches Aufgebot leisten können, war bislang einer der Schlüssel zum Erfolg. "Der Unterschied zu den Jahren zuvor ist die Tiefe in unserem Kader", erklärte Maurer. Ein anderer Meister-Faktor kann Trainer Don Jackson werden, der schon die Eisbären Berlin zu fünf Titeln führte - unter anderem 2011 gegen Wolfsburg.

Schon damals demütigte Jacksons Truppe die Niedersachsen und setzte sich in den Endspielen ohne Niederlage (3:0) durch. Dass die Grizzlys so eine Blamage unbedingt vermeiden wollen, ist den Münchnern bewusst. "Das wird das härteste Spiel der Serie", meinte Torhüter David Leggio. "Wir dürfen uns nicht zu sicher sein", warnte Maurer vor seinem womöglich letzten Spiel für München. Er steht vor einem Wechsel nach Schwenningen.

Die personell gebeutelten und erschöpften Wolfsburger klammern sich an Durchhalteparolen. "Es ist noch nicht zu Ende", sagte Verteidiger Andy Reiss. "Wir sind in der Lage, eine Serie zu starten." Das muss dann am Freitag passieren, sonst müssen die Niedersachsen wie schon 2011 auf eigenem Eis dem Gegner bei der Meisterfeier zusehen.
Das wird das härteste Spiel der SerieEHC-Torhüter David Leggio
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