Eishockey
Russland doch zu stark

Der deutsche Torhüter Thomas Greiss war an der 1:4-Viertelfinalniederlage gegen Russland schuldlos. Der favorisierte WM-Gastgeber steckte einen 0:1-Rückstand weg, dominierte ab dem zweiten Drittel die Partie und gewann unterm Strich verdient gegen eine wacker kämpfende DEB-Vertretung. Bild: dpa

30 Minuten lang schien die Eishockey-Sensation im WM-Viertelfinale gegen Gastgeber Russland möglich. Am Ende verlor die DEB-Auswahl 1:4, verabschiedete sich nach einem unerwartet starken Turnier aber erhobenen Hauptes.

Moskau. Nach der verpassten WM-Sensation gegen Russlands Eishockey-Zauberer überwog bei Deutschlands Bundestrainer Marco Sturm der Stolz. "Sie haben es sich wirklich verdient, im Viertelfinale zu stehen. Es waren zwei tolle Wochen in St. Petersburg", sagte der 37 Jahre alte Trainer-Novize über sein Team nach dem 1:4 (1:0, 0:3, 0:1) am Donnerstag gegen die Gastgeber im WM-Viertelfinale, in dem das große Wunder 30 Minuten lang möglich schien. Auch eine erneut starke Leistung und sogar eine Führung gegen den Rekord-Weltmeister reichten vor 12 199 Zuschauern in Moskau aber nicht.

"Am Ende war Russland das bessere Team. Vielleicht war es heute nicht unser bestes Spiel", meinte Sturm weiter. Mit WM-Platz sieben wurde das Minimalziel klar übertroffen. Besser war die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zuletzt beim Heim-Turnier 2010. Damals hatte Deutschland das Halbfinale ebenfalls gegen Russland mit 1:2 verloren und Rang vier belegt.

"Im Moment überwiegt die Enttäuschung. In ein paar Tagen kommt aber der Stolz durch", sagte NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff. Gegen das Star-Ensemble genügte aber auch die Führung durch Torjäger Patrick Reimer (5. Minute) und ein überragendes Spiel von NHL-Torhüter Thomas Greiss nicht. Wadim Schipatschow (21./35.), Jewgeni Dadonow (28.) und Owetschkin (43.) drehten das Spiel zugunsten des Favoriten, der erstmals seit 30 Jahren wieder vor eigenem Publikum Weltmeister werden will.

"Die ganze Nation ist eigentlich gegen dich. Das wird nicht einfach", hatte Bundestrainer Sturm, der das deutsche Team bei seiner WM-Premiere sogleich ins erste Viertelfinale seit 2011 führte, noch vor dem Spiel gegen den Gastgeber bei Sport1 gesagt. Dies bekam die DEB-Auswahl erst nach einem grandiosen ersten Drittel zu spüren, in dem sie die Russen mit der Führung gehörig gereizt hatte. Russland reagierte mit einem bärenstarken Mittelabschnitt und teils sensationellen Spielzügen. Greiss hielt aber, was er nur konnte, war aber dann dreimal doch machtlos. Im Schlussdrittel gelang Owetschkin sein erstes WM-Tor. Spätestens jetzt war das Wunder außer Reichweite.
Im Moment überwiegt die Enttäuschung. In ein paar Tagen kommt aber der Stolz durch.Christian Ehrhoff
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