Eishockey
Start in die neue NHL-Saison

Ein Deutscher weniger in der besten Liga der Welt: Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff will nach seinem NHL-Aus frühestens am Wochenende über seine Zukunft entscheiden. Bild: dpa

Mit Christian Ehrhoff verlässt in letzter Sekunde ein langjähriger deutscher NHL-Profi notgedrungen die beste Eishockeyliga der Welt. Für sieben Nationalspieler beginnt ab Mittwoch die neue Saison in Nordamerika - mit unterschiedlichen Zielen.

New York. Ohne Superstar Sidney Crosby, aber mit sieben deutschen Eishockey-Profis startet am Mittwoch die neue Saison in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Der Kapitän des Titelverteidigers Pittsburgh Penguins fällt aufgrund einer Gehirnerschütterung auf unbestimmte Zeit aus. Selten war die Ausgangslage vor einer Spielzeit so unklar: Die Leistungsdichte ist enorm, einen Favoriten auf den Stanley Cup gibt es nicht.

In Christian Ehrhoff verließ am Montag ein Veteran die beste Liga der Welt. Der Verteidiger konnte sich mit den Boston Bruins nicht auf einen Vertrag einigen. Nach 862 NHL-Partien ist für den 34-Jährigen Schluss in Nordamerika, seine Zukunft liegt möglicherweise in der DEL - jetzt macht er aber erst einmal Urlaub in den Niederlanden. Sieben deutsche Profis haben dagegen Ziele in der NHL.

Leon Draisaitl (20, Edmonton Oilers): Nach seinem Durchbruch im vergangenen Jahr soll der Jungstar seine Oilers nach zehn Jahren wieder in die Playoffs führen. Das zuletzt schlechteste Team im Westen könnte mit einigen jungen Wilden zur Überraschung werden. Draisaitl, der beim World Cup of Hockey mit zwei Toren glänzte, soll wechselweise als Center oder auf dem rechten Flügel zum Einsatz kommen. In der vergangenen Saison schoss der Kölner 19 Tore.

Tom Kühnhackl (24, Pittsburgh Penguins): Am Montag erhielt der Landshuter den berühmten Ring als Zeichen für den Stanley-Cup-Sieg im Juni. Die deutsche Überraschung steuerte zum Titelgewinn fünf Scorer-Punkte in den Playoffs bei. Im zweiten Jahr muss sich der Sohn von Idol Erich Kühnhackl allerdings neu beweisen. Dennoch dürfte der linke Flügelstürmer seine Eiszeiten beim NHL-Champion erhalten.

Dennis Seidenberg (35, New York Islanders): Bei den Islanders fand der Verteidiger nach sechs Jahren in Boston eine neue Heimat. Das Team aus Brooklyn gilt erneut als Playoff-Kandidat. Seidenberg muss seinen Platz im Kader finden, in den Top-Reihen dürfte der gebürtige Schwenninger nicht zum Zuge kommen. Die Routine spricht aber für den Stanley-Cup-Sieger von 2011, dazu hinterließ er in den Vorbereitungsspielen einen guten Eindruck.

Thomas Greiss (30, New York Islanders): In den Playoffs der vergangenen Saison überragte der Keeper vor allem in der ersten Runde gegen Florida. Doch sein Stammplatz ist in Gefahr. Beim World Cup überzeugte Konkurrent Jaroslav Halak im Europa-Team, Greiss kam dagegen nicht zum Einsatz. Gut möglich, dass Islanders-Coach Jack Capuano gerade zu Beginn häufig den Torhüter wechseln wird.

Tobias Rieder (23, Arizona Coyotes): Ausgestattet mit einem neuen Zweijahresvertrag und einem Gehaltssprung muss der Senkrechtstarter der abgelaufenen NHL-Spielzeit (14 Tore und 23 Vorlagen) seine guten Leistungen bestätigen. Auch das Team aus Glendale hofft auf eine Playoff-Chance. Tore und Assists des rechten Flügelstürmers aus Landshut werden dringend benötigt.

Philipp Grubauer (24, Washington Capitals): 22 Mal kam der Goalie im vergangenen Jahr beim besten Team der regulären Saison zum Einsatz. Gegen Braden Holtby ist der Rosenheimer im Kampf um die Nummer eins allerdings chancenlos. Kommt Grubauer bei der Mannschaft um Superstar Alex Owetschkin ähnlich häufig zum Einsatz, dürfte der Keeper zufrieden sein. Bei der deutschen Olympia-Qualifikation überzeugte der Schlussmann.

Korbinian Holzer (28, Anaheim Ducks): Für den Verteidiger kann es in der neuen Runde nur ein Ziel geben: Einsätze. Der gebürtige Münchner pendelte zuletzt häufig zwischen Tribüne und Eis, dennoch unterschrieb der Abwehrspieler einen neuen Einjahresvertrag. Womöglich ist es für Holzer die letzte Chance, in der NHL Fuß zu fassen. Sein Team aus Anaheim wird wie schon in den Jahren zuvor als Geheimfavorit gehandelt.
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