Eklat in Osnabrück

Schiedsrichter Martin Petersen hält sich die Hand an den Kopf und verlässt das Spielfeld, nachdem er von einem Feuerzeug getroffen worden war. Das DFB-Pokalspiel zwischen dem VfL Osnabrück und RB Leipzig wurde in der 71. Minute abgebrochen. Mit im Bild (von links) Dominik Kaiser (Leipzig), David Pisot (Osnabrück) und Schiedsrichterassistent Matthias Jöllenbeck. Bild: dpa

Die erste Runde im DFB-Pokal wird von einem weiteren Eklat in Osnabrück überschattet. Die Partie wird abgebrochen, nachdem der Schiedsrichter in der Partie gegen RB Leipzig von einem Feuerzeug am Kopf getroffen wurde.

Die Spieler von RB Leipzig saßen schon längst in ihrem Bus, als die Zuschauer vom Abbruch des DFB-Pokalspiels zwischen dem Drittligisten VfL Osnabrück und dem Zweitligisten RB Leipzig unterrichtet wurden. Erst nach 26 Minuten informierte der Stadionsprecher am Montagabend die Besucher, dass es wegen eines Feuerzeug-Wurfes auf Schiedsrichter Martin Petersen nicht weitergeht. Die Verantwortlichen wollten weiteres Chaos verhindern.

Referee am Kopf getroffen

In der 71. Minute beim Stand von 1:0 war der Referee am Kopf getroffen worden. Petersen zog sich in die Kabine zurück - der Abbruch wurde den Profis und den Vereinsverantwortlichen mitgeteilt. In Windeseile kletterten die Leipziger um Trainer Ralf Rangnick in den Bus. Der Schiedsrichter wurde in ein Krankenhaus gebracht, eine Diagnose gab es zunächst nicht.

"Das ist natürlich ein Debakel für uns", sagte der Osnabrücker Manager Lothar Gans. "Das ist einer von 13 000 im Stadion, aber das ist nicht zu entschuldigen. Es tut mir sehr leid." Die Leipziger stellten fest: "Wir müssen die turbulenten Ereignisse auch erst einmal verarbeiten, sind einigermaßen sprachlos."

Bitter für Osnabrück

Die Osnabrücker werden mit größter Wahrscheinlichkeit das Spiel am Grünen Tisch verlieren und eine harte Strafe bekommen. Das ist für den finanziell angeschlagenen Club doppelt bitter. Dabei hatte es bis zum Feuerzeugwurf gut ausgesehen. Halil Savran hatte den Außenseiter nach 21 Sekunden in Führung gebracht.

"Das ist eine bittere Stunde für den VfL Osnabrück", sagte VfL-Präsident Hermann Queckenstedt. "Wenn man so aufopferungsvoll kämpft und dann auf diese miserable Art und Weise, durch eine kriminelle Aktionen um die Früchte seiner Arbeit gebracht wird, dann ist das ganz traurig. Das hat mit Fußball nichts zu tun." Der Vereinschef hofft, dass der Übeltäter ausfindig gemacht wird. "Nach unseren Informationen ist er auf Fernsehaufzeichnungen auszumachen. Er müsste erkennungsdienstlich ermittelt werden."

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat unmittelbar nach dem Abbruch die Ermittlungen aufgenommen. "Über die Spielwertung wird dann das DFB-Sportgericht entscheiden. Daneben geht es um die sportrechtliche Sanktion gegen den Verein, dem der Vorfall zuzurechnen ist", teilte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker mit.

Hektische Partie

Vor dem Abbruch war es eine hektische und emotional aufgeladene Partie. Als Leipzig-Stürmer Davie Selke von einem VfL-Abwehrspieler auf dem Weg Richtung Tor gebremst wurde, lief der Osnabrücker Ersatzspieler Michael Hohnstedt auf das Feld und provozierte Selke. Als Petersen die Gemüter beruhigen wollte, wurde er getroffen und wendete sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ab. Der Referee ging daraufhin in die Kabine, aus der er nicht mehr zurückkehrte.
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