Elfmeter-Pleite gegen Dortmund: Saison-Aus für Robben - Rummenigge hofft auf Lewandowski mit ...
Risse und Brüche: Die Bayern am Boden

Philipp Lahm schießt den Elfer...
Arjen Robben humpelte nach seinem bitteren Saisonaus an Krücken aus der Arena, Robert Lewandowski musste wegen seiner schmerzhaften Brüche im Gesicht noch in der Nacht in die Klinik. Nach den Schock-Diagnosen für ihre Offensivstars haben die niedergestreckten Bayern eine Woche vor dem Champions-League-Gipfel gegen Pep Guardiolas langjährige Liebe FC Barcelona weitaus mehr als nur den grotesken Elfmeter-K.-o. gegen Borussia Dortmund wegzustecken.

Triple adé, erneut große Personalsorgen und ein erschüttertes Mia-san-Mia-Gefühl: Nach dem Scheitern im Pokal-Halbfinale gegen den BVB auf der Jürgen-Klopp-Abschiedstournee muss Guardiola in den Tagen bis zu seinem bislang größten Bayern-Spiel schwierige Aufbauarbeit leisten und knifflige Aufstellungsfragen lösen. Für Robben, der beim 1:3 nach Elfmeterschießen gegen die Borussia gerade sein Comeback nach über fünf Wochen gab, ist die Saison nach einem Muskelbündelriss in der Wade vorzeitig beendet. Lewandowski brach sich Oberkiefer und Nasenbein, erlitt dazu eine Gehirnerschütterung. "Schlimmer geht's nimmer", kommentierte der Rekordmeister die bitteren Botschaften.

Für die nächsten Einsätze wird Lewandowski weiter untersucht. Dazu wird dem Torjäger, der in seinen jüngsten elf Pflichtspielen neun Tore erzielte, eine Spezialmaske angepasst. "Das wird so sein, dass er am nächsten Mittwoch, davon bin ich ziemlich felsenfest überzeugt, auf dem Platz stehen kann", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem Radiosender B5 aktuell. Er bekundete auch Hoffnung auf einen seit dem 11. März verletzten Leistungsträger. "Bei Franck Ribéry hoffen wir, dass er nächsten Mittwoch zumindest im Kader stehen kann. Die Mediziner arbeiten Tag und Nacht, dass das möglich ist."

Kurioses Elfmeterschießen

Bloß nicht in Schockstarre verharren, lautet die Devise. "Wir müssen uns jetzt schütteln und nächsten Mittwoch in Barcelona mit neuem Elan, mit neuem Spirit auf den Platz gehen", forderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem kuriosesten Bayern-Elfmeterschießen. Beim Showdown auf das Tor, das vor drei Jahren beim "Finale dahoam" gegen Chelsea schon einmal Endstation im Elfmeterschießen war, scheiterte Philipp Lahm ebenso wie Xabi Alonso, Mario Götze und Manuel Neuer. Zweimal kurios ausgerutscht, einmal gehalten, einmal Latte.

Noch größere Bühne

"Wir brauchen nicht zu jammern, es geht weiter", erklärte Lahm und ergänzte fast schon trotzig. "Wir haben noch eine Chance ins Finale nach Berlin zu kommen - und die wollen wir nutzen." Statt am 30. Mai, wenn der BVB den scheidenden Klopp mit dem "Pott" verabschieden will, soll nun das Königsklassen-Endspiel am 6. Juni zur noch größeren Bayern-Bühne werden.

Natürlich haderten die schwer verwundeten Münchner auch mit Peter Gagelmann. Der Schiedsrichter, der 2012 in Berlin auch die Münchner Final-Demütigung beim 2:5 gegen Dortmund geleitet hatte, übersah nach der Pause einen Handelfmeter für den Meister. "Es tut mir leid, es war für mich im Spiel nicht so zu sehen", gestand der zerknirschte Schiedsrichter wenige Wochen vor seinem Karriereende.

Auch die Vollkontakt-Rettungstat von BVB-Keeper und Elfmeterheld Mitch Langerak gegen Bayern-Torschütze Lewandowski in der Verlängerung, bei der sich der Pole so schwer verletzte, sorgte für Diskussionen. "Vielleicht ist es auch besser für die Bundesliga, dass das Kapitel Gagelmann erledigt ist", erklärte Rummenigge und spottete. "75 000 haben in der einen entscheidenden Szene alles gesehen. Wenn der eine das nicht sieht, dann kann ich ihm einen Optiker empfehlen." Weniger gefasst reagierte Guardiola mit wütender Miene am Spielfeldrand. Der Katalane musste mühevoll zurückgehalten werden. Allerdings hätten die Münchner - Gagelmann hin oder her - die Dortmunder nie mehr zurück ins Spiel kommen lassen dürfen. Wie auch beim monumentalen 6:1-Champions-League-Erfolg gegen den FC Porto nach dem Treffer der Portugiesen zum 1:5 wackelte Guardiolas mitunter fragiles Bayern-Bauwerk urplötzlich auch gegen Dortmund. Dass Thiago (leichte Prellung) nach seiner Auswechslung Entwarnung gab, konnte nicht wirklich trösten.
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