Engländer bleiben ruhig
Keine teuren Stars im Winterschlussverkauf

Künftig im HSV-Trikot: Der Ex-Nürnberger Josip Drmic. Bild: dpa

Düsseldorf. Keine spektakulären Verpflichtungen in zweistelliger Millionenhöhe, dafür war der Schnäppchenmarkt gefragt. In den letzten Stunden der zweiten Wechselperiode in der Bundesliga wurden keine teuren Stars mehr verpflichtet. Von den Top-Clubs verstärkte sich der FC Bayern München nach den Verletzungen von Jerome Boateng und Javi Martinez in letzter Minute noch mit Serdar Tasci (siehe Seite 9).

Die finanzkräftigen Clubs wie Borussia Dortmund und der VfL Wolfsburg übten sich in Zurückhaltung. "Wir sind nicht bereit Mondpreise zu zahlen, um jemanden unter Vertrag zu holen", sagte Dortmunds Manager Michael Zorc. Der BVB hatte Interesse an den spanischen Talenten Oliver Torres (Atlético Madrid) und Mikel Merino (CA Osasuna). Der VfB Stuttgart sicherte sich am Montag in Federico Barba vom FC Empoli noch einen Innenverteidiger. Der Hamburger SV holte für die Rückrunde den glücklosen Gladbacher Stürmer Josip Drmic auf Leihbasis.

Insgesamt hielten sich die Großeinkäufer in dieser Wechselperiode aber im Vergleich zum Vorjahr eher zurück. Die Rekordmarke von mehr als 65 Millionen Euro für neue Spieler wurde in dieser Saison nicht erreicht. 15 von 18 Clubs investierten etwa 40 Millionen Euro in Kaderverstärkungen. Dazu kommen noch geschätzt etwa acht Millionen Euro für Leihgeschäfte. Rund ein Drittel aller Verpflichtungen erfolgten auf Leihbasis.

Kein Club zahlte zweistellige Ablösesummen. Auf der Einnahmeseite verbuchten die Vereine knapp 29 Millionen Euro. Das meiste Geld in diesem Winter gab es für den Wolfsburger Timm Klose, den Norwich City für 12 Millionen Euro auf die Insel lockte. Teuerster Spieler ist derzeit der Neu-Gladbacher Jonas Hofmann, der für etwa 7,5 Millionen Euro von Borussia Dortmund an den Niederrhein wechselt. Allesandro Schöpf vom 1. FC Nürnberg soll den FC Schalke etwa 6 Millionen gekostet haben.

Der befürchtete Ausverkauf der Bundesligastars durch die finanzkräftigen Clubs aus der Premier League blieb zumindest in dieser Transferperiode aus. Bislang wechselten nur drei Profis aus Deutschland auf die Insel. Für Gladbachs Sportdirektor Max Eberl könnte das ein Trend sein. "Die Top-Jungs werden in der Bundesliga bleiben. Warum sollen sie nach England gehen, wenn sie auch in Deutschland in der Champions-League spielen können? Ich glaube nicht, dass die Bundesliga nur eine Durchgangsstation ist."
Weitere Beiträge zu den Themen: Josip Drmic (1)Transferperiode (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.