Eric Frenzel: "Diesen Sieg kann man nicht planen"

Eric Frenzel jüngst bei der Einweihung der Laser-Biathlon-Anlage auf der Silberhütte. Der 26-jährige nordische Kombinierer aus Flossenbürg steckt mitten in der Wettkampfvorbereitung. Vor allem seine Sprungtechnik will er verbessern. Bild: nm

Auch wenn in dieser Saison weder Olympische Spiele noch Weltmeisterschaften anstehen, setzt sich der nordische Kombinierer Eric Frenzel aus Flossenbürg hohe Ziele. Die erste Erfolgsmeldung gab es schon vor dem ersten Weltcup-Start.

Flossenbürg. (mr) Eric Frenzel ist wieder Vater geworden. Gut zwei Wochen ist das zweite Söhnchen, Leopold, des Olympiasiegers alt. Da tritt auch schon mal das Training in den Hintergrund, dennoch hat der 26-Jährige aus Flossenbürg, der seit fast zehn Jahren im Geschäft ist und eigentlich schon alles gewonnen hat, auch in diesem Winter große Ziele, wie er im NT/AZ-Interview erzählt.

Die erste Erfolgsmeldung im Hause Frenzel gibt es schon vor Saisonbeginn. Ihr zweiter Sohn Leopold wurde vor etwa zwei Wochen geboren. Wie geht's der Familie?

Eric Frenzel: Es ist alles gut gelaufen. Leopold ist gesund und munter, das ist ja das Wichtigste. Wir sind sehr glücklich über unser neues Familienmitglied.

Für einen Profisportler, der die ganze Zeit unterwegs ist, bleibt wohl wenig Zeit, um das neue Glück zu genießen, oder?

Frenzel: Natürlich möchte man viel Zeit mit seinen Kindern verbringen. Ich freue mich jetzt einfach auf jede Minute, die ich zu Hause verbringen kann.

Sie gelten ja als jemand, der immer viel probiert. Jetzt haben sie die neue Biathlon-Anlage auf der Silberhütte mit eingeweiht und gleich richtig abgeräumt. Sie sind ein starker Langläufer, da wär' doch Biathlon auch was für Sie ...

Frenzel: Ich habe es schon öfter probiert. Ich bin ja auch Soldat, da hab' ich auch schon mal ein Gewehr in der Hand.

In der Saisonvorbereitung stehen die entscheidenden Wochen an. Wie schätzen Sie Ihren Leistungsstand ein?

Frenzel: Wir sind schon sehr weit. Wir haben Anfang Mai mit dem Training angefangen. Wir waren zuletzt sehr viel unterwegs, haben schon viele Grundlagen- und Ausdauerkilometer geschafft. Jetzt beginnt wirklich so langsam die heiße Phase.

Aber immer noch ohne Schnee...

Frenzel: Wir gehen jetzt bald das erste Mal auf Schnee nach Österreich, auf den Gletscher. Man kann jetzt schon so langsam die Roller nicht mehr seh'n, freut sich einfach, auf Skiern unterwegs zu sein.

Sie gehen mittlerweile in Ihre neunte Weltcup-Saison. Was kann ein Olympiasieger, ein erfahrener Profi wie Sie, noch lernen?

Frenzel: Es gibt immer Dinge, woran man arbeiten kann. Für mich steht in dieser Vorbereitung besonders die Sprungtechnik im Vordergrund. Ich habe zuletzt viel ausprobiert und es läuft bisher auch ganz gut. Ob das alles aber schon Wettkampf-fest ist, wird man sehen.

Auf welchen Schanzen haben Sie getestet?

Frenzel: Wir waren zuletzt etwa in Stams (Österreich), vorher auch schon in Italien. Auch auf meiner Heimschanze in Oberwiesenthal oder in Klingenthal habe ich trainiert. Man muss auf unterschiedlichen Schanzen testen, man kann nicht immer nur auf einer trainieren. Es geht darum, die eigene Technik auf verschiedenen Anlagen weiterzuentwickeln.

Und in der Loipe dürfte es gut laufen wie alle Jahre ...

Frenzel: Das sieht man erst in der Saison. Mit dem Plan, den mir meine Trainer mitgegeben haben, komme ich aber gut zurecht.

Dieser Winter ist ein Zwischen-Winter. Weder Olympische Spiele noch Weltmeisterschaften stehen auf dem Programm. Lässt man es da etwas lockerer angehen?

Frenzel: Auch wenn kein Großereignis ansteht, es gibt immer noch genügend Ziele. Etwa die Heim-Weltcups oder die Veranstaltung in Seefeld, wo ich schon zwei Mal das Seefeld-Triple gewonnen habe.

Und das große Ziel ist der erneute Gewinn des Gesamt-Weltcups ...

Frenzel: Nein, diesen Sieg kann man nicht planen. Man muss auch gesundheitlich von Anfang bis Ende durchkommen und durchhalten. Darauf hoffe ich.

Frenzel, Rydzek, Edelmann, Kircheisen - das deutsche Team ist altbewährt. Oder gibt es in dieser Saison neue Gesichter in der deutschen Mannschaft?

Frenzel: Es gibt immer wieder junge Sportler, die den Anschluss zu uns finden. Wir sind da gut aufgestellt. Erst jüngst wurden zwei Leute aus dem C-Kader hochgezogen, die beim Sommer-Grand-Prix gute Leistungen gezeigt hatten. Für uns ältere Athleten ist es gut, wenn jemand nachrückt. Die Jungen können sich an uns orientieren und wir sehen, dass wir uns nicht ausruhen dürfen.

Sie sind mittlerweile Flossenbürger, jede Minute, wenn es geht, bei der Familie zu Hause in der Oberpfalz. Wie wichtig ist da die Silberhütte als Trainingsort?

Frenzel: Wenn die Bedingungen im Winter hier gut sind, laufe ich gerne auf der Silberhütte. Es ist schon angenehm, wenn ich nicht so weit fahren muss, um trainieren zu können. Da nutze ich die Möglichkeiten hier sehr gerne.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.