Erst der Masters-Sieg, jetzt der US-Open-Triumph - Nur einen Schlag Vorsprung
Jordan Spieth legt nach

Jordan Spieth schlug die Hände vors Gesicht und fiel in die Arme seiner weinenden Mutter, als Konkurrent Dustin Johnson mit einem Drei-Putt alle Siegchancen verspielte. Der fast schüchterne Masterssieger verzichtete auf große Gesten. Fast schien es, als sei er ebenso mitgenommen wie sein Kontrahent über das kleine Drama bei der US Open auf dem 18. Grün des Chambers Bay Golf Club nahe Seattle. "Ich bin einfach geschockt, weil ich dachte, es ist nicht genug. Aber nun bin ich überwältigt", meinte der Texaner nach dem nervenzehrenden Finish.

Im Alter von 21 Jahren sicherte er sich einen Platz in der Golf-Geschichte als jüngster Profi, dem das Double der ersten zwei Majors gelang. Der bescheidene Youngster aus Dallas spielte auf dem schwierigen Par-70-Kurs eine 69 und lag mit einem Gesamtergebnis von 275 einen Versuch vor Landsmann Johnson und Louis Oosthuizen (Südafrika).

"Die Tatsache, dass wir gewonnen haben, ist unglaublich. Ich habe mich diese Woche aufgerieben", meinte Spieth. Dass er bei der Siegerehrung im Plural sprach, hatte einen guten Grund. Spieth bedankte sich überschwänglich bei seinem Caddy, Michael Greiler. Der stammt aus Gig Harbor, einem kleinen Ort 18 Kilometer nördlich von Chambers Bay. Greiler kennt den schweren Dünen-Kurs an der Puget-Bucht bestens - und davon profitierte Spieth. Der Weltranglisten-Zweite ist der jüngste US-Open-Champion seit Bobby Jones 1923. Im Welt-Ranking rückt er immer näher an den Nordiren Rory McIlroy heran, der Neunter wurde.

"Ich bin enttäuscht, dass ich drei Putts für das letzte Loch brauchte. Ansonsten hatte ich eine richtig gute Woche", resümierte dagegen Johnson. So dicht war Johnson, der wegen angeblicher Kokaineinnahme ein halbes Jahr von der PGA-Tour verschwunden war und sich zurückgekämpft hatte, noch nie an einem Majorgewinn dran. Schon 2010 hatte er eine Chance bei der PGA Championship verspielt und das Stechen verpasst - Martin Kaymer triumphierte.

Der Rheinländer, der das zweite Major des Jahres 2014 mit sagenhaften acht Schlägen Vorsprung gewonnen hatte, verpasste den Cut und reiste vorzeitig Richtung München ab, wo er von Donnerstag an bei der BMW International Open spielt. In der Weltrangliste wurde er am Montag nur noch auf Platz 21 geführt.
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