Erste Niederlage im vierten Vorrundenspiel: Schalke verliert in Lissabon mit 2:4
Gute Ausgangslage dahin

Der FC Schalke 04 hat seine gute Position im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale der Champions-League leichtfertig verspielt. Nach dem blamablen 2:4 (1:1) am Mittwoch bei Sporting Lissabon muss das Team von Roberto Di Matteo sogar wieder um das Weiterkommen bangen.

Zwar gingen die Gelsenkirchener vor 40 000 Zuschauer im Estadio José Alvalade XXI in der 17. Minute durch ein Eigentor von Islam Slimani in Führung, verloren danach aber völlig die Ordnung und kassierten durch Naby Sarr (26.), Jefferson (52.) und Nani (72.) drei Gegentreffer. In der 88. Minute gelang Dennis Aogo noch eine Resultatsverbesserung, doch Slimani (90.+1) stellte den alten Abstand wieder her. Die erste Niederlage im vierten Vorrundenspiel setzt Schalke vor der Heimpartie am 25. November gegen den Gruppen-Favoriten FC Chelsea gehörig unter Druck.

"Wir haben heute zu leicht die Tore hergeschenkt und blöd verloren", sagte Schalkes frustrierter Kapitän Benedikt Höwedes. "Das war viel zu wenig. Wir haben heute bei Ballbesitz zu wenig gemacht. Aber wir sind immer noch Zweiter in unserer Gruppe und haben noch zwei Spiele, darauf müssen wir uns jetzt konzentrieren", meinte Klaas-Jan Huntelaar, der diesmal nicht eine Torchance besaß. Die Schalker waren in der portugiesischen Hauptstadt aber nicht nur offensiv völlig von der Rolle. Wie schon beim schmeichelhaften 4:3-Sieg im Hinspiel erwies sich auch die Defensive der Knappen als Schwachstelle.

Gastgeber mit Eigentor

Aus einer stabilen Defensive "etwas nach vorne versuchen", lautete die Maßgabe von Di Matteo für die richtungsweisende Partie in der portugiesischen Hauptstadt. Doch das Konzept ging nicht auf, weil nach vorne nichts zusammenlief. Dennoch gingen die Schalker in der 17. Minute mit freundlicher Unterstützung des Gegners aber doch in Führung: Im Luftduell mit Eric-Maxim Choupo-Moting lenkte Slimani eine Freistoßflanke von Dennis Aogo per Kopf ins eigene Tor.

Der zu diesem Zeitpunkt überraschende Ausgleich für Sporting war fast eine Kopie dieses Tors. Diesmal war Sarr mit dem Kopf zur Stelle, als Keeper Ralf Fährmann und seine Vorderleute bei einem hoch in Strafraum geschlagenen Freistoß nicht energisch genug eingriffen. Das 1:1 erwies sich als echter Wirkungstreffer für die Königsblauen, die plötzlich defensiv ihre Ordnung und Souveränität verloren. Allein die Paraden von Ralf Fährmann verhinderten schon vor der Pause einen möglichen Rückstand.

Sieben Minuten vor der Pause war Fährmann erneut mit dem Fuß zur Stelle, als Joao Mario frei auf ihn zulief. Sieben Minuten nach Wiederbeginn störte Atsuto Uchida seinen Gegenspieler Nani nicht energisch genug. Der Ball landete bei Jefferson, der Fährmann mit einem knallharten Flachschuss zum 2:1 überwand. Die Führung für Sporting war verdient. 18 Minuten vor dem Ende versetzte der sträflich frei stehende Nani den leidenschaftslosen Deutschen mit dem dritten Tor den endgültigen K.o.
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