Erstes Interview nach Rücktritt bringt keine neuen Erkenntnisse
Niersbach lässt nichts raus

Wolfgang Niersbach stand zwar Rede und Anwort. Was Neues hatte er jedoch nicht zu erzählen. Bild: dpa
Wolfgang Niersbach hat bei seinem ersten Interview nach dem Rücktritt als DFB-Präsident kein Licht in den Skandal um die Vergabe der WM 2006 gebracht. "Ich kann und darf jetzt nicht von weiteren Details und Untersuchungsergebnissen berichten", sagte Niersbach am Mittwoch in einem Interview des TV-Senders Sky.

Nicht zuzuordnen

Auch bei der Frage nach seiner Unterschrift auf einem Briefentwurf, der beweisen soll, dass er bereits 2004 und nicht erst - wie von ihm behauptet - diesen Sommer von der geplanten Rückzahlung von 6,7 Millionen Euro an den ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus wusste, lieferte der 64-Jährige keine neuen Erkenntnisse.

"Ich habe sie nicht zuordnen können. Ich bin dazu nicht in der Lage, es kann sie gewesen sein...", sagte Niersbach auf die Frage, ob es seine Unterschrift gewesen sei. Mit der Veröffentlichung des Dokuments hatte der "Spiegel" den Funktionär weiter unter Erklärungsdruck gebracht. Darin sind die Worte "das vereinbarte Honorar für H.L.D." handschriftlich vermerkt.

Seine Handschrift

"H.L.D." stehe demnach für Herrn Louis-Dreyfus. Autor der Notiz soll Niersbach sein, dies legen nach "Spiegel"-Angaben Vergleichsproben mit seiner Handschrift nahe. Auch zu Franz Beckenbauer, der nun im Fokus der Affäre um die WM-Vergabe 2006 steht, wollte sich Niersbach nicht äußern. In der DFB-Zentrale in Frankfurt verabschiedete er sich am Mittwoch von den Mitarbeitern, nachdem er am Montag von seinem Amt zurückgetreten war.

Es sei "hoch emotional" gewesen, nachdem er 27 Jahre für den Verband tätig war. "Ich verhehle nicht, dass mir selbst da ein paar Tränen gekommen sind", berichtete Niersbach.
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