Ethikkommission darf sich erklären - Präsidenten-Amtszeit höchstens zwölf Jahre
Fifa wagt Transparenz-Offensive

Scheich Salman bin Ebrahim al-Khalifa aus Bahrain will sich dem Vernehmen nach als vierter Kandidat für die Fifa-Präsidentschaft im Februar 2016 bewerben. Bild: dpa
Kurz nach dem bedingungslosen Festhalten am Wahltermin für den Fifa-Präsidenten und der neuen Chance für Michel Platini droht der Fußball-Welt bereits das nächste Beben. Die Fifa-Ethikkommission will dank neuer Kompetenzen über weitere laufende Verfahren informieren und könnte damit für die nächste Enthüllungswelle sorgen. Trotz der nicht enden wollenden Skandale bleibt die Fifa aber bei ihrem Zeitplan mit dem außerordentlichen Kongress und der Präsidentschaftswahl am 26. Februar 2016. Das beschloss das Exekutivkomitee des Weltverbands bei seiner Dringlichkeitssitzung.

Notfall-Treffen

Bei dem Notfall-Treffen ohne die gesperrten Joseph Blatter und Platini brachte die Fifa-Regierung Reformen auf den Weg und beschloss eine dringend notwendige Transparenz-Offensive. Die Ethikhüter dürfen nun "mehr Informationen" über ihre Untersuchungen veröffentlichen, bislang galt eine Verschwiegenheitsklausel.

Das Gremium hatte zuletzt Blatter und Platini gesperrt - trotz seiner aktuellen 90-Tage-Suspendierung darf der Uefa-Chef nun immer noch auf einen Sprung ins höchste Amt des Fußballs hoffen. Nach Ende der Bewerbungsfrist am 26. Oktober werde zwar ein Integritätscheck der Anwärter folgen, teilte die Fifa am Dienstag mit. Dieser werde aber nicht durchgeführt, solange ein Kandidat gesperrt sei. Platinis Suspendierung läuft Anfang Januar aus und kann noch um 45 Tage verlängert werden. Die Fifa-Ethikkommission strebt wie im Fall Blatter ein schnelles Urteil an.

Unterdessen will die Ethikkommission am Mittwochnachmittag über "anhängige Verfahren" informieren. Sowohl Chef-Untersucher Cornel Borbely als auch Hans-Joachim Eckert als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer hatten sich vehement für das Recht zur Information eingesetzt. Nun könnte theoretisch auch über mögliche Untersuchungen beispielsweise gegen den Deutschen Fußball-Bund im Zuge des Vorwurfs schwarzer Kassen bei der WM-Bewerbung 2006 berichtet werden.

Das Exko begrüßte darüber hinaus auch das Maßnahmenpaket des neu eingerichteten Reformkomitees. Dabei schlägt das Gremium eine Altersgrenze für Exko-Mitglieder von 74 Jahren vor, zudem soll ein Fifa-Präsident maximal zwölf Jahre im Amt sein dürfen. Zudem sollen die "individuellen Kompensationen" des Präsidenten, der Exko-Mitglieder, des Generalsekretärs und der Kommissionsvorsitzenden veröffentlicht werden. Das Exekutivkomitee soll in eine Art Aufsichtsratsrolle zurückgestuft werden und den Namen "Fifa Council" tragen.

Weiterer Kandidat

Sechs Tage vor Ende der Bewerbungsfrist haben bislang drei Kandidaten die nötigen Unterstützerstimmen von fünf Fifa-Mitgliedsverbänden präsentiert: Platini, der Jordanier Prinz Ali bin al-Hussein und Ex-Profi David Nakhid aus Trinidad und Tobago. Dieser Schritt wird auch vom Präsidenten der asiatischen Konföderation (AFC), Scheich Salman bin Ebrahim al-Khalifa (Bahrain), erwartet.
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