Europa ist dem Tischtennisspieler zu klein - Hartes Training
Ovtcharov hat China im Fokus

Erfolgreiche Truppe: Max Stangl (von links), Ferdinand Troglauer, James Riedlbauer, Roland Nirschl, Albert Bulligan, Ottmar Joachimstaler und Reinhold Kindl freuen sich nachträglich über den Meistertitel in der Bayernliga. Bild: sm
Die Party von Dimitrij Ovtcharov nach dem grandiosen EM-Finale in Jekaterinburg verlief vergleichsweise verhalten. Mit Pizza, zwei, drei Bier und einer Runde für die Kollegen feierte der Tischtennis-Profi am späten Sonntagabend seinen zweiten Einzel-Titel im Mannschaftshotel - fünf Stunden später startete bereits der Rückflug von der Stadt am Ural über Moskau nach Düsseldorf.

"Am Dienstagnachmittag beginne ich wieder mit dem Training. Jeder Tag zählt", sagte Europas Bester. Sein Maßstab sind die besten Chinesen. "Und die arbeiten sauhart. Sie sind noch stärker", erklärte der Weltranglisten-Fünfte. Vor ihm liegen noch vier Chinesen, die er 2016 bei der Team-WM in Kuala Lumpur und bei Olympia in Rio angreifen möchte.

"Darauf bin ich stolz"

"Ich habe dieses Jahr die EM, die European Games und das Europa-Top-Turnier gewonnen. Darauf bin ich stolz. Die Ambitionen sind aber höher", erklärte er. Bundestrainer Jörg Roßkopf gefällt Ovtcharovs Fähigkeit, sich total auf ein Ziel konzentrieren zu können. "Dima hat sein bestes Tischtennis im EM-Finale gezeigt. Das zeichnet einen Champion aus", sagte der Europameister von 1992. "Für mich ist er der beste Spieler Europas. Einer der wenigen, die ihn schlagen können, musste bei der EM wegen einer Knie-Operation passen", fügte der Coach mit dem Verweis auf den verletzten Rekord-Europameister Timo Boll hinzu.

Ovtcharov strotzte in Jekaterinburg vor Selbstvertrauen. Mehrfach erklärte er, dass es schwer sein würde, ihn zu schlagen, und dass er der beste Spieler des Turniers sei. Das könnte man auch als Überheblichkeit auslegen. Doch bei ihm steckt hinter einer großen Klappe auch viel dahinter. "Nach zwei Jahren Nummer eins in Europa kann ich solch ein Selbstbewusstsein wohl haben", argumentierte der Olympia-Dritte.

In 14 Partien war er stets der Gejagte, kein Jäger konnte ihn stellen, obwohl er mehrere knifflige Situationen überstehen musste.
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