Ex-1860-Geschäftsführer beklagt Diffamierung
Poschner grätscht gegen Präsidium

Eineinhalb Monate nach seinem Abschied vom TSV 1860 München hat der frühere Geschäftsführer Gerhard Poschner die Vereinsführung scharf attackiert. Er warf dem Präsidium und dem Aufsichtsrat am Dienstag in einem Interview des Internetportals "sport1.de" eine "bewusste öffentliche Beschädigung meiner Person" vor. "Proteste gegen meine Person wurden organisiert und unterstützt, in welcher Form auch immer", behauptete Poschner, der den finanziell angeschlagenen Fußball-Zweitligisten im Streit verlassen hatte.

Kurz vor der Trennung war Poschner bereits als Sport-Geschäftsführer abgesetzt und zum Sportdirektor degradiert worden. Das Verhältnis zum Präsidium galt in der Schlussphase als völlig zerrüttet. "Ich habe monatelang keine Reaktion auf jegliche Diffamierung aus den eigenen Reihen gezeigt. Nur irgendwann sind die Grenzen überschritten", sagte der 45-Jährige. "Was in dieser Zeit abgelaufen ist, war übrigens auch ein vereinsschädigendes Verhalten seitens des Präsidiums. Vor allem in einer wichtigen Periode wie der Transferzeit." Der Verein wollte auf dpa-Anfrage keine Stellung zu Poschners Aussagen nehmen.

Poschner räumte auch Fehler ein - als gescheitert sieht er sich dennoch nicht. "Ob ein Geschäftsführer Sport gescheitert ist, kann man nicht nach 15 Monaten bewerten, sondern vielleicht nach drei bis vier Jahren, wenn man weiß, wie der Auftrag lautete", sagte Poschner zur Kritik, er habe mit seiner Transferpolitik versagt. Die Münchner Löwen hatten in der Vorsaison ihre großen Ziele deutlich verfehlt und waren nur knapp dem Abstieg in die 3. Liga entgangen.
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