Fahrlässiger Club

Schreckmoment für den 1. FC Nürnberg. Verletzt muss Torwart Raphael Schäfer den Platz verlassen, er fällt mit Muskelfaserriss mehrere Wochen aus. Überhaupt entpuppte sich die Heimpartie gegen den FSV Frankfurt zu einer unglücklichen Angelegenheit für den Club. Bild: dpa

Stark gespielt, Punkte verloren: Die Nürnberger verpassen nach 90 souveränen Minuten spät ihren Lohn. Trainer Weiler freut sich über den spielerischen Fortschritt und macht seinem Team ein Kompliment. Torschütze Schöpf packt sich nach an die eigene Nase.

Die 90 dominanten Minuten des 1. FC Nürnberg waren nach der Partie schnell vergessen. Interessant war plötzlich nur noch diese eine Szene in der dritten Minute der Nachspielzeit, in der der Ex-Nürnberger Besar Halimi nach einem leichten Kontakt mit Dave Bulthuis fiel. "Für mich ist Elfmeter, wenn der Schiedsrichter pfeift", erklärte FCN-Coach René Weiler gewohnt diplomatisch, machte aber auch deutlich: "Beim letzten Heimspiel hatten wir sehr viel Glück, dieses Mal dafür sehr viel Pech."

Tags darauf gab es sogar noch eine Hiobsbotschaft: Torhüter Raphael Schäfer wird der Mannschaft sechs bis acht Wochen fehlen, weil er sich im Spiel einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen hatte. Der Routinier wurde schon nach einer guten Viertelstunde ausgewechselt. Eine MRT-Untersuchung ergab am Sonntag den bitteren Befund.

Viel Lob - kein Lohn

Der fränkische Zweitligist hatte die Chance verpasst, mit einem Heimerfolg den Anschluss an das obere Tabellendrittel zu wahren. Für 90 starke Minuten gab es viel Lob, aber keinen Lohn: "Positiv ist, dass wir das Heimspiel bestimmt haben. Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Wer so viele Chancen vergibt, muss sich nicht beschweren", stellte der Schweizer klar.

Die meisten Möglichkeiten hatte Torschütze Alessandro Schöpf ausgelassen, der nach seinem Treffer (57. Minute) mehrere Male die Entscheidung hätte herbeiführen können: Doch statt auf 2:0 zu erhöhen, verwandelte Zlatko Dedic in buchstäblich letzter Sekunde zum Ausgleich.

"Der Zeitpunkt mit dem Elfmeter ist umso bitterer", sagte der enttäuschte Weiler, der im Team weiter auf junge Spieler setzt und ein Gerüst an talentierten Akteuren aufgebaut hat. "Wir haben etliche junge Spieler, die sich bereits etabliert haben. Der Auftritt war gut, erfrischend und macht Mut", fügte er hinzu, "auch wenn der Ausgang hängen bleibt". Am Samstag debütierte der 20 Jahre alte Patrick Erras und überzeugte sogleich: "Er hat sich nahtlos in unser Spiel eingefügt. Das war ein guter Einstand", lobte Weiler. Der 1,95 Meter große Defensivspieler bestach im defensiven Mittelfeld mit Passsicherheit und Zweikampfstärke. "Der Trainer hat gesagt, ich soll einfach Spaß haben. Es war ein super Gefühl, vor so einer Kulisse zu spielen und es hat Lust auf mehr gemacht", sagte der noch schüchtern wirkende Erras nach seinem Profi-Einstand.
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