Fast schon ein Fluch

Die schottischen Nationalspieler machen sich warm für ein prestigeträchtiges Länderspiel: Seit mehr als 53 Jahren hat Schottland kein Heimspiel mehr gegen Irland gewonnen. Der Sieger der Partie im Hampden Park von Glasgow kann sich berechtigte Hoffnungen auf die EM-Qualifikation machen. Bild: dpa

Seit 53 Jahren wartet Schottland auf einen Heimsieg gegen Irland. Der Gewinner des Spiels kann einen großen Schritt zur EM-Endrunde machen, genauso wie überraschend Nordirland. Serbien muss seine Chancen nach dem Skandalspiel gegen Albanien vor leeren Rängen wahren.

Rarität statt Dauerbrenner: Deutschlands Gruppengegner Schottland und Irland treffen in der Ausscheidung für die Fußball-EM 2016 in Frankreich erstmals seit 27 Jahren wieder in einem Pflichtspiel aufeinander. An diesem Freitag kommt es in Glasgow in der Qualifikationsgruppe D zu dem Nachbarschaftsduell, in dem Schottland seit dem 3. Mai 1961 auf einen Heimsieg wartet. Vor mehr als 53 Jahren hatte es im Hampden Park von Glasgow ein 4:1 gegeben. Viele Schotten glauben an einen Fluch. "Es könnte wirklich vorentscheidend sein", sagt Irlands Stürmer Shane Long.

Polen im Vorteil

Beide Nationen gehen trotz des Stotterstarts des Weltmeisters davon aus, dass Deutschland einen der beiden festen Quali-Plätze belegen wird. Und da Polen den Vorteil des überraschenden Sieges gegen Deutschland hat, könnte sich der dritte Platz zwischen Schottland und Irland entscheiden. Die letzten beiden Freundschaftsspiele gewann Irland mit 1:0 (2011) und 2:0 (2003).

Zusätzliche Brisanz gewinnt das Duell, weil mit James McCarthy und Aiden McGeady vom englischen Topteam FC Everton zwei irische Stützen in Schottland geboren sind und in der Jugend für die "Bravehearts" spielten. Zudem war der Celtic Park in Glasgow für einige Iren jahrelang die Heimstätte, so auch für Trainer Martin O'Neill, dessen Nachfolger bei Celtic Glasgow der jetzige schottische Nationaltrainer Gordon Strachan war. Das letzte Pflichtspiel 1987 gewannen die Iren mit 1:0 in Schottland und qualifizierten sich am Ende erstmals für ein großes Turnier - die EM 1988 in Deutschland.

Tabellenführer Polen muss derweil in Georgien eine Pflichtaufgabe lösen, um seine komfortable Position in der Gruppe zu wahren. Dabei scheinen die Polen ein vergleichsweise leichtes Spiel vor sich zu haben: Georgiens Spieler sind unmotiviert, weil ihre Vereine auf staatliche Finanzhilfe angewiesen sind. Und Trainer Temur Kezbaia hat angekündigt, wegen der unbefriedigenden Gesamtsituation vielleicht schon nach der Partie in Tiflis zurückzutreten.

Auch in Gruppe F gibt es einen Überraschungs-Ersten. Nordirland startete mit drei Siegen und tritt nun bei den ebenso noch ungeschlagenen Rumänen an. Allerdings müssen die Nordiren auf ihren Kapitän Steven Davis vom FC Southampton verzichten, der erstmals seit drei Jahren ein Spiel der "Green and White Army" verpassen wird. Für Ungarn und Finnland geht es im direkten Duell darum, Anschluss zu halten, während der bislang sieglose WM-Teilnehmer Griechenland gegen die Außenseiter von den Färöer-Inseln gewinnen muss, um nicht schon nach vier Spieltagen nahezu chancenlos auf die EM zu sein.

Keine Zuschauer in Serbien

Gleiches gilt für Serbien in Gruppe I. Nach dem abgebrochenen Spiel gegen Albanien im Oktober hatte der Europäische Fußball-Verband Uefa das Spiel zwar nachträglich mit 3:0 für Serbien gewertet, allerdings der Mannschaft von Trainer Dick Advocaat diese drei Punkte direkt wieder abgezogen. Die Partie gegen Dänemark in Belgrad findet zudem vor leeren Rängen statt. "Gewinnen wir gegen Dänemark, haben wir wieder normale Bedingungen hergestellt", glaubt Serbiens Kapitän Branislav Ivanovic vom FC Chelsea.

Nutznießer des Skandalspiels ist vor allem Portugal, das nach der 0:1-Heimniederlage gegen Albanien zum Auftakt nun wieder beste Chancen in der Fünfergruppe hat. Gegen Armenien ist ein Sieg für die Mannschaft um Weltfußballer Cristiano Ronaldo Pflicht.
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