Fatale Sprachbarriere in München - "Einfach unterschrieben"
Kirchensteuer verfolgt Luca Toni

Durch die sprachlichen Unkenntnisse handelt sich der Ex-Bayern-Spieler Luca Toni jede Menge Ärger ein. Bild: dpa
Völlig geplättet malte Luca Toni irgendwann nur noch abstrakte Figuren auf ein kleines Blatt Papier. Nach stundenlanger Verhandlung in einem heißen und stickigen Gerichtssaal war auch die Dolmetscherin am Ende ihrer Kräfte.

Der einstige Stürmerstar des FC Bayern hat mit seiner Aussage als Kläger vor dem Oberlandesgericht München dargelegt, warum er von seinem angeklagten Ex-Steuerberater Schadenersatz für nicht weniger als 1,7 Millionen Euro Kirchensteuer verlangt - und zugleich ein Déjà-vu in punkto Sprachbarriere erlebt.

So ratlos, wie er im Sitzungssaal E.37 immer wieder die Übersetzerin anblickte, so dürfte er vor knapp acht Jahren als Neuling in München ohne Deutsch- und Englischkenntnisse manches Treffen und manchen Behördengang hinter sich gebracht haben. Und genau dadurch geriet er nach eigener Aussage in die Bredouille: Weil ihm niemand erklärt habe, dass es in Deutschland eine Kirchensteuer gebe, sehe er nicht ein, dass er die dann geforderte Nachzahlung allein begleichen müsse.

"Ich wäre aus der Kirche ausgetreten", sagte der 38-Jährige Fußballer. "Wenn meine Freunde wüssten, dass sie so viel bezahlen müssen, um Katholik zu sein, würden sie auch austreten." Es gehe ihm nicht um den Betrag, sondern darum, selbst zu entscheiden, wer Geld erhalte. "Das gebe ich dann lieber einem Waisenhaus als der Kirche."

Der Steuerberater und eine Zeugin behaupteten, sie hätten Toni bei einem Treffern über die Kirchensteuer in Kenntnis gesetzt - im Endeffekt steht Aussage gegen Aussage. Für 28. Oktober ist ein weiterer Termin angesetzt. Wann ein Urteil ergeht, ist noch unklar.
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